Richtig diskutieren: 8 Schritte für ein besseres Ergebnis

Vielleicht haben Sie das auch schon beobachtet: Meetings sind oft zäh und langweilig – bis irgendjemand etwas „Besonderes“ ausspricht. Plötzlich kommt es zu Diskussionen und die Gemüter erhitzen sich. Vielleicht ist auch ein Moment dabei, in dem man bei sich selbst denkt: „Hätte ich mal etwas schlagfertiger reagiert.“ Oder: „Mist, ich war ganz schön emotional“ oder „ Jetzt fällt mir das Passende ein“. Nicht jeder ist immer in der Lage, konstruktiv und spontan zu diskutieren. Die folgenden acht Tipps aus der Argumentationslehre zeigen, wie es gehen kann.

In der modernen Arbeitswelt wird es immer wichtiger, sich zu vernetzen, miteinander zu diskutieren und sich auszutauschen. Diese Fähigkeit ist im Business bereits jetzt schon eine wesentliche Bedingung, um in virtuellen oder auch projektbezogenen Teams wirksam zu arbeiten. Ob Diskussionen und Streitgespräche dabei konfliktfrei geführt werden, entscheidet in erster Linie die Haltung der Gesprächsteilnehmer. Wie können sie zu einem ergebnisorientierten und positiven Verlauf beisteuern und trotzdem Debatten mit Herzblut führen? Die acht nachfolgenden Regeln fassen die wichtigsten Punkte zusammen.

 

1. Warum? Begründe den Standpunkt

Jede Meinung ist wichtig. Doch ein bloßes Aufeinanderprallen von Standpunkten führt oftmals eher zu einem Konflikt. Damit ist niemandem geholfen. Wichtig ist, miteinander ins Gespräch zu kommen. Dabei ist es hilfreich zu wissen, was hinter dem eingebrachten Standpunkt, der eigenen Meinung steckt. Was sind die Beweggründe? Und es ist wichtig, auch die Beweggründe der „anderen Seite“ zu erfahren und in den Austausch zu kommen. Es bringt ja niemandem etwas, dem anderen nur die Standpunkte vor den Kopf zu werfen. Um in den Dialog zu kommen, hilft eine ganz einfache, aber doch sehr wichtige Frage: nach dem „Warum“. Das Warum ist eine öffnende Frage und gibt dem Antwortenden die Möglichkeit, seine Gedanken auszuführen und den Standpunkt zu erklären.

 

2. Zuhören und verstehen

Zuhören ist eine der entschiedensten Fähigkeiten in einer guten Diskussion. Argumente kennenzulernen und diese auch zu verstehen, führt in der Regel zum Kern der Diskussion. Deshalb: „Zuhören!“ Was nachvollziehbar klingt, ist in der Praxis schwer anzuwenden. Diskussionspartner neigen gerne dazu, sich Argumenten zu verschließen, wenn sie für das eigene Ziel wenig zuträglich sind. Sie hören dann einfach nicht mehr zu und holen gedanklich schon zum Gegenschlag aus. Für den Erfolg einer Diskussion ist es ratsam, immer wieder nachzuhaken. Dabei helfen einfache Fragen: „Wenn ich das richtig verstanden habe, dann ist Ihre Sorge, dass …?“ Diese Frage stellt sicher, dass der Zuhörer wirklich verstanden hat, worum es dem anderen wirklich geht.

 

3. Perspektivwechsel

Eine der wirksamsten Handlungen ist es, sich in die Perspektive des anderen zu versetzen. Diskussionen scheitern nicht nur an unterschiedlichen Positionen, sondern oftmals auch an unterschiedlichen Werten. Ein kleiner Ausflug in die Gedankenwelt des anderen hilft, aus der  Perspektive des Gesprächspartners heraus argumentieren zu könnten. Wenn dem Gegenüber beispielsweise mehr am Umsatz anstatt an der Qualität der Leistung liegt, könnten Argumentationsketten für die eigene Position abgeleitet werden. Im wissenschaftlichen Kontext spricht man auch vom „Reframing“, einer Umdeutung der eigenen Denkweise.

 

4. Finde Übereinstimmungen

Gemeinsamkeiten sind der Kitt zwischen Gesprächspartnern. Es lassen sich bei jedem Gespräch Gemeinsamkeiten herausfinden und es ist hilfreich, dass diese auch benannt werden. Das zeigt nochmal die Übereinstimmung der Gesprächspartner. Und es macht deutlich, wo diese noch fehlt. Genau diese Diskrepanz hilft, Lösungsansätze zu suchen und gemeinsam zu finden. So sind häufig Sätze wie: „Wir stimmen überein“ oder „Wir sind uns einig bei…“ eine gute Basis für weitere Diskussionen oder auch Verhandlungen.

 

5. Bleibe auf Augenhöhe

Belehrungen vermitteln Arroganz und führen meist zu einer sofortigen Abwehrposition. Mit „Moralpredigten“ stellt man sich über den Gesprächspartner, und das kommt nicht gut an. Besser ist es, durch gezielte Fragen persönliche Bezüge herzustellen, damit Interesse zu wecken und so dazu beizutragen, dass der Gesprächspartner seine eigenen Argumente überprüft. Denn wenn man Fragen stellt wie  „Ist es Ihnen selbst schon passiert, dass …?“, bringt man die Argumentation oft von einer abstrakten Ebene ins Konkrete.

 

6. Konstruktive und sachliche Kritik

Natürlich darf der Gesprächspartner eine eigene Meinung haben, aber falsche Informationen sollte man natürlich schon aufdecken. Faktische Fehler, falsche Pauschalisierungen, aber auch voreilige Schlüsse müssen erkennbar gemacht werden, denn sie offenbaren lückenhafte oder widersprüchliche Argumentationsketten. Wichtig dabei ist das richtige Fingerspitzengefühl: Eine zu kritische Konfrontation zerstört schlimmstenfalls eine konstruktive Gesprächsatmosphäre.

 

7. Humor kann nicht schaden

In Diskussionen geht es gerne mal emotionaler zur Sache. Mit Kritik an der Argumentation des anderen sollte man mit Bedacht umgehen – und mit Humor: Ein kleiner Witz oder etwas Ironie trägt zu einer unverkrampften Atmosphäre bei. Sarkasmus wäre aber nicht angebracht, sondern birgt das Risiko der Eskalation. Wenn emotionale Aussagen drohen, das Diskussionsklima zu zerstören, hilft genau darauf ein Hinweis: „Ich merke, dass dieses Thema Sie sehr bewegt!“ zum Beispiel. Alleine das Bewusstsein dafür hilft den Beteiligten, wieder etwas „herunterzukommen“.

 

8. Bitte beim Thema bleiben

Viele versuchen, das Thema zu wechseln, wenn es unangenehm wird und sie sich bedrängt fühlen. Sie nutzen dann zum Beispiel unsachliche Gesprächstechniken und Fragen, die vom eigentlichen Thema ablenken. Die eigentliche Diskussion mit ihrer letzten Fragestellung gerät aus dem Blickfeld, bevor man ihr wirklich auf den Grund gehen konnte. Möglichst nicht mitmachen, lautet hier die Devise. Wichtig ist es, die Diskussion in solchen entscheidenden Situationen zu moderieren: „Das scheint ein ganz neuer Punkt zu sein. Können Sie mir bitte zuerst erläutern, was Sie in Bezug auf … gemeint haben?“ So kommt wieder Struktur ins Gespräch und die eigentlichen Fragen werden geklärt.

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