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    Burnout im Beruf

    Der Weg zum Burnout ist kurz

    Stellen Sie sich vor, Sie erhalten eine lang ersehnte Beförderung. Zunächst freuen Sie sich über diese Form der Anerkennung. Sie bemerken aber schon bald, dass die neue Stelle einen höheren Verantwortungsgrad mit sich bringt und dauerhafte Erreich­barkeit verlangt. Sie arbeiten sich schrittweise ein. Gleichzeitig bleibt immer weniger Zeit für Familie, Freunde und Hobbys. Krankheiten werden nicht auskuriert, sondern als lästiges Übel hingenommen.

    Nach und nach spüren Sie, wie Ihnen der Weg zur Arbeit schwerer fällt. Sie schlafen seit mehreren Wochen schlecht und auf der Arbeit fällt Ihnen jeder Handgriff schwer. Sie fühlen sich antriebslos, „funktionieren“ aber irgendwie noch. Anderen Menschen gegenüber treten sie zynisch, bisweilen gereizt und aggressiv auf. Sie wissen nicht was mit Ihnen geschieht, bis nichts mehr geht und Sie jede Lebenslust verloren haben.

    Menschen, die diese oder ähnliche Erfahrungen gemacht haben, kennen die Diagnose Burnout. Im Folgen erläutern wir dieses Phänomen, das sich mittlerweile zur Volkskrankheit entwickelt hat. Sie erfahren, wie Burnout das Berufs- und Privatleben verändert, welche Personengruppen besonders gefährdet sind und welche präventiven Mittel und Weiterbildungsangebote existieren.

    Die Krankheit Burnout im Berufsleben

    Es gibt eine Vielzahl an Definitionen, die alle den Ansatz verfolgen, die Symptome von Burnout zu beschreiben. So macht die US-amerikanische Psychologin Maslach eine Erkrankung an drei Hauptkriterien fest:

    • Gefühl emotionaler Erschöpfung
      Zeichnet sich durch Gefühl der Über­forderung,
      eine innere Leere und Ent­mutigung aus.
    • Depersonalisierung
      Darunter versteht sie eine distanzierte und zynische Ein­stellung,
      mithin Gesund­haltung gegen­über dem Umfeld und der Arbeit.
       
    • Eingeschränkte Leistungs­fähigkeit
      Die körpereigenen Energie­speicher sind aufgezehrt und man leidet unter Versagensängsten, Kontroll­verlust und empfundener Erfolg­losigkeit.Ergänzt wird dieser Ansatz durch hinzu­tretende geistige und körperliche Symptome, wie die Entwicklung einer Depression und einen krankhaften Gewichts­verlust.

    Nach einer Definition der Weltgesundheits­organisation (WHO) der Vereinten Nationen wird Burnout dagegen nicht als eigen­ständige Krankheit gesehen, sondern als Problem mit Bezug auf Schwierig­keiten bei der Lebens­führung, die die Inanspruch­nahme des Gesundheits­wesens erfordert.

    Die Auswirkungen eines Burnouts auf Beruf und Privatleben

    Unabhängig davon welcher Ansatz vertreten wird, sind die Auswirkungen auf das Privat- und Berufsleben sowie die eigene Persönlichkeit dramatisch: Die Leistungsfähigkeit des Mitarbeiters sinkt rapide. Soziale Kontakte gehen verloren und der Erkrankte isoliert sich. Herz-Kreislauf­erkrankungen, Magen-Darm-Probleme, Migräne oder gar eine Depression führen zu häufigeren Fehltagen, bis hin zu mehr­monatigen Ausfällen, was betriebsinterne Reaktionen unumgänglich macht. So müssen Vertretungen organisiert und Arbeits­prozesse gegebenen­falls umstrukturiert werden. Ist eine Führungs­kraft betroffen, so steigt die Gefahr von Fehl­entscheidungen, was einen Betrieb auch in existenzielle Risiken bringen kann.

    Stress im Berufsalltag

    Globalisierung, Internationalisierung und Digitalisierung verlangen von den Unter­nehmen und deren Mit­arbeitern immer mehr ab. Eine ständige Erreichbarkeit ist selbst­verständlich und über Smart­phones, Tablets und PCs wird das Homeoffice als neues Arbeitszeit­format geschätzt. Dabei wird der natürliche Bio­rhythmus des Menschen außer Acht gelassen. Tag- und Nacht­zeiten verschwimmen, Mahl­zeiten werden auf dem Weg zur Arbeit eingenommen und Arbeits­aufträge müssen immer schneller umgesetzt werden.

    Das führt zu einer deutlichen Steigerung von Stress, der sich negativ auf Körper und Geist auswirkt. Auf der einen Seite will man allen Anforderungen gerecht werden und nicht als Faulenzer oder Leistungs­verweigerer dastehen. Andererseits nehmen immer mehr Menschen den Stress im Berufs­alltag zugunsten viel­fältiger Gesundheits­risiken in Kauf und ignorieren die Warn­signale ihres Körpers. Bei einem gewissen Grad an Stress steigt die Wahrscheinlichkeit eines Burnouts mit fortlaufender Dauer.

    Wünschen Sie eine Beratung?

    Wir beraten Sie gerne und unverbindlich zu Weiterbildung,
    Umschulung und Förderungen.

    Risikogruppen für einen Burnout – Wer ist besonders gefährdet?

    Dabei sind besonders diejenigen Berufsgruppen gefährdet, die mit emotional belastendenden Situationen konfrontiert sind, z.B. in Pflegeberufen, bei der Polizei oder Feuerwehr. In gleichem Maße werden bei Führungs­kräften Burnout-Erkrankungen beobachtet, weil diese ein Höchst­maß an finanzieller und personeller Ver­antwortung tragen und Tätigkeits­felder nicht einfach delegieren können. Ebenfalls sind Personen, die nach außen oder im Unter­nehmen in prominenten bzw. sicht­baren Positionen sind, stärker gefährdet, als Personen mit Regel­arbeitszeiten am Tag.

    Das 12-Stufen-Modell nach Freudenberger und North

    Die Psychoanalytiker Freudenberg und North haben 1992 erstmalig das Thema Burnout wissenschaftlich behandelt. In ihren Untersuchungen stellten sie fest, dass die Abgrenzung zu anderen Krankheiten bisweilen schwierig ist. Anhand von zwölf Stufen, die nicht streng linear verlaufen müssen, kann jedoch der Rückschluss auf einen Burnout mit größerer Wahrscheinlichkeit gelingen. Zu Diagnosezwecken bedienten sie sich eines Fragebogens, der die drei wesentlichen Faktoren, nämlich emotionale Erschöpfung, Depersonalisierung und eingeschränkte Leistungsfähigkeit berücksichtigen. Die Stufen lauten hierbei wie folgt:

    1. Zwang sich zu beweisen (Der „übermotivierte Arbeiter“)
    2. Verstärkter Einsatz (Bestärkung von Stufe 1)
    3. Vernachlässigung eigener Bedürfnisse (Einseitiger Lebensstil)
    4. Verdrängung von Konflikten und erste körperliche Symptome („Stell‘ dich nicht so an.“)
    5. Umdeutung von Werten (Emotionale Abstumpfung)
    6. Verleugnung der Probleme („Das ist alles nur Einbildung“)
    7. Rückzug (Isolierung und Distanz zum privaten und beruflichen Umfeld)
    8. Verhaltensänderung (Vernachlässigung von Hobbies und Interessen)
    9. Depersonalisation („Ich funktioniere nur noch, wie eine Maschine“)
    10. Innere Leere (Mutlosigkeit, Phobien, Panikattacken)
    11. Depression (Tiefe Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit, Suizidgedanken, „Ich kann nicht mehr“)
    12. Völlige Erschöpfung (Emotionaler und körperlicher Zusammenbruch, akuter Notfall)

    So verhindern Sie den Burnout – Tipps zur Burnout-Prävention

    Wenn Arbeit krank macht, stellt sich die Frage, wie mit unumgäng­lichen Belastungen im Beruf – insbesondere Stress – besser umgegangen werden kann. Am effektivsten ist es dabei, Mittel und Methoden in den Alltag und das Berufs­leben zu integrieren, die die Gefahr einer Burnout-Erkrankung senken. Dazu gehört ein gesunder Lebens­stil mit nährstoff­reicher Ernährung und körper­licher Aktivität. Essen Sie ballaststoff-, vitamin- und mineralreich. Erhöhen Sie den Anteil an Magnesium, Vitamin B oder L-Carnitin, z.B. in Form von Nahrungs­ergänzungsmitteln.

    Kombinieren Sie Ihre Ess­gewohnheiten mit Sport. Als stress­reduzierend haben sich v. a. Mannschafts­sportarten und Ausdauer­training erwiesen. Fußball, Schwimmen, Fahrrad fahren oder Joggen zu zweit heben nach­gewiesener Maßen die Stimmung. Zugleich halten Sie Kontakt zu anderen Menschen und pflegen Beziehungen. Auch helfen gezielte Entspannungs­techniken, wie die progressive Muskel­entspannung nach Jacobsen oder autogenes Training. Falls Sie sich lieber bewegen, dann kommt auch Yoga, Qi Gong oder Tai Chi in Frage. Wichtig ist dabei generell, dass Sie eine ausgewogene Balance zwischen Stress­phasen und gezielten Entspannungs­phasen schaffen.

    Weiterbildungen zum Thema Burnout für Sie beim IBB

    Ebenfalls empfiehlt sich die Aneignung von Selbstmanagement Techniken, z.B. die Art und Weise, wie Sie sich realistische Ziele setzen oder Ihren Tagesablauf mit Freiräumen planen. Wurde Ihr Interesse am Thema geweckt? Wir bieten Ihnen attraktive Weiterbildungsangebote. Nehmen Sie mit uns Kontakt auf, wir beraten Sie gerne professionell und umfassend!

    Weiterbildung Selbstführung: Mit Selbstmanagement zum Erfolg

    Selbstführung ist eine der wichtigsten Kompetenzen in der modernen Arbeitswelt. Self-Leadership ist ein ganzheitliches Konzept zur Stärkung der persönlichen Wirksamkeit und Führung. Es geht darum, Ziele zu fokussieren und die Unwegsamkeiten auf dem Weg dorthin zu meistern, Entscheidungen zu treffen, den Kurs zu korrigieren und souverän und verantwortlich zu handeln.

    Weiterbildung Kritische Gespräche führen

    Wer im Job oder privat viel mit Menschen zu tun hat, muss sich zwangsläufig auch heraus­fordernden oder unangenehmen Gesprächen stellen. Egal ob es sich um Feedback- und Kritik­gespräche, Reklamations­gespräche oder Ver­handlungen handelt, dies erfordert jeweils besondere Vorgehens- und Verhaltens­weisen. Sie lernen in diesem Seminar, Ihr eigenes Kommunikations­verhalten und Ihre Gesprächs­strategien zu analysieren und zu optimieren.

    Weiterbildung Persönlichkeit und Überzeugungskraft

    Persönlichkeit und Aus­strahlung sind zwei der wichtigsten Erfolgs­komponenten und dienen als Grund­lage Ihrer Uuml;berzeugungs­kraft. Ob Sie an Diskussionen teil­nehmen, Team­sitzungen leiten, Vorträge halten oder Mitarbeiter­gespräche führen – stets bringen Sie sich selbst und Ihre Persönlichkeit mit ein. In diesem Persönlichkeits­training lernen Sie, Ihre inneren Stärken und mentalen Potenziale zu aktivieren und diese gezielt und glaub­würdig einzusetzen. Sie stärken Ihre Überzeugungs­kraft durch eine authentische und souveräne Aus­strahlung für ein leistungsstarkes und erfolgreiches Auftreten.

    Weiterbildung Feelgood-Manager - Praktiken für eine bessere Unternehmenskultur & Arbeitsatmosphäre

    In selbstorganisierten Teams und Organisationen ist Feelgood-Arbeitsatmosphäre aufgrund ihrer Fähigkeit zur Selbstorganisation, Kooperation und Selbstverwirklichung im besonderen Maße präsent. Feelgood-Manager unterstützen dies und schaffen den Rahmen dafür. Sie finden Lösungen für Probleme, definieren selbständig geeignete Vorgehensweisen und organisieren die Umsetzung. Sie sind für Menschen da - und entscheiden zum Beispiel, welche Arbeitsplatzausstattung sie benötigen und was ihre persönlichen Bedürfnisse und -ziele für eine bessere Arbeitsatmosphäre sind.

    Weiterbildung Widerstände meistern mit Resilienz

    Die Fähigkeit, Krisen und Druck zu meistern und komplexe Herausforderungen zu bewältigen, wird als Resilienz oder Widerstandsfähigkeit bezeichnet. Mit Hilfe der Resilienzförderung werden bewältigungsrelevante Fähigkeiten und Ressourcen aktiviert, die sich positiv auf das berufliche und private Leben auswirken. Erfahren Sie in diesem Seminar, wie Sie Ihre natürliche innere Widerstandskraft gegenüber belastenden Situationen aufbauen. Lernen Sie, Ihre Leistungsfähigkeit unter hohen Anforderungen zu erhalten sowie kritische Situationen durch eigenes Handeln zu beeinflussen und zum Besseren zu ändern.