Gewerbliche Qualifizierungen hoch im Kurs - Arbeitsmarkt braucht dringend Fachkräfte

(Buxtehude, 21.12.2011) Viele Maschinen im Bereich der Werkstückerzeugung werden heutzutage mit Computerprogrammen gesteuert.. SPS - die speicherprogrammierbare Steuerungstechnik - und CNC, die computergestützte numerische Steuerung, sind aus der Branche nicht mehr wegzudenken. Ablaufsteuerungen werden sogar in Maschinen eingebaut, die vor zehn Jahren noch mit Drehreglern ausgekommen sind, d.h. fast alle aktuellen Maschinen haben eine SPS. Fortbildungen im gewerblich-technischen Bereich gehörten schon zu Zeiten der Unternehmensgründung zum Portfolio des IBB. Durch die Einführung des virtuellen Unterrichts auch in diesen Kursen haben sich die Aussichten von Interessenten auf einen Maßnahmeplatz deutlich erhöht. Die Newsletter- Redaktion sprach mit Bettina Ranft, IBB-Fachbereichsleiterin.

Newsletter: Frau Ranft, werden Arbeitskräfte mit Kenntnissen im Bereich SPS immer noch gesucht?

B. Ranft: Was heißt immer noch? Die Nachfrage hat in den letzten Monaten noch weiter zugenommen. So gut wie jeder, der diese Steuerungstechnik beherrscht, bekommt sofort Arbeit. Es ist schließlich in jeder Produktions- bzw. Abfülllinie irgendwo eine programmierbare Steuerung enthalten. Aber auch jede andere Steuerungsprogrammierung kann, wenn SPS erst einmal sitzt, in Kürze erlernt werden. In Zukunft wird die Kommunikation zwischen den verschiedenen Steuerungen bzw. Geräten ein weiterer Schwerpunkt bei der IBB-Ausbildung werden. Dies wird den entscheidenden Knowhow- Vorteil gegenüber anderen Bewerbern darstellen. Komplett neue Anlagen entstehen in Mitteleuropa nur selten. Es ist eher so, dass ein italienischer Extruder, ein texanischer Kühltunnel, ein deutscher Roboter und eine dänische Ver-packungsmaschine zusammenarbeiten.

Newsletter: Wie kann man sich bei gewerblichen Themen einen Unterricht in virtuellen Klassenräumen vorstellen?

B. Ranft: Ein großer Teil besteht ja bei diesen Qualifikationen aus theoretischen Einheiten. Die Programmierung einer Maschine erfolgt am Rechner. Mit Hilfe von Simulationsprogrammen können die Abläufe und Werkstücke überprüft und die Programmierung korrigiert werden.

Newsletter: Wie stellen Sie den Praxisbezug her?

B. Ranft: Wir haben Modellmaschinen im Einsatz, an denen die von den Teilnehmern erstellten Programme getestet werden. Hier sieht man dann direkt, ob die Steuerung genau das tut, was vorgesehen war. Auch ihre Prüfungen müssen die Teilnehmer an diesen Maschinen ablegen. Das IBB führt des Weiteren Statistiken, die zeigen, wie schnell jemand Arbeit findet bzw. wie sehr ihm das Erlernte nutzt, diese Daten zeigen dass wir sehr gut sind.

Newsletter: Für welchen Personenkreis kommen denn Ihre CNC-Kurse in Frage?

B. Ranft: Voraussetzungslos dürfen die Kursinteressenten natürlich nicht sein. Wer noch nie im Werkstoffbearbeitungsbereich tätig gewesen ist, kommt hier kaum in Frage. Technisches Verständnis muss vorhanden sein. Wir testen das bei jedem Kunden ab. Wer CNC programmiert, muss sich mit dem Maschinenbauer auseinandersetzen, wissen, was Fertigungstoleranzen sind, welche Oberflächenbeschaffenheit verlangt wird und bei eben diesen Qualitätsmerkmalen die Grenzen der Maschine kennen und kommunizieren. Der SPS-Programmierer arbeitet als verlängerter Arm der Verfahrenstechnik. Er muss die Einteilung komplexer Abläufe, ähnlich eines Rezeptes für Schwarzwälder Kirschtorte, in Schritte, die mit der Anlage abgearbeitet werden können, vom Prozessverantwortlichen einfordern. Dieses Qualitätsbewusstsein wird unseren Teilnehmern zum Bedürfnis und grenzt sie positiv von Mitbewerbern ab.

Newsletter: Ein abschließender Tipp für arbeitslose Kursinteressenten?

B. Ranft: Wer in diesem Bereich Arbeit sucht, sollte einfach mit uns Kontakt aufnehmen und sich beraten lassen. Die Chancen auf dem Arbeitsmarkt waren seit vielen Jahren nicht mehr so gut!