IBB betreibt eigene Abteilung Forschung und Entwicklung

(Buxtehude, 01.06.2012) Den Begriff „Forschung und Entwicklung“, kurz auch einfach „F&E“ genannt, kennt man im Allgemeinen aus der Industrie. Hier wird die Herstellung von Produkten erforscht, anschließend Prototypen entwickelt und dann zur endgültigen Produktreife gebracht. Wozu leistet sich ein Weiterbildungsunternehmen eine solche Abteilung? Wir sprechen darüber mit Anja Schürmann, seit Sommer 2011 Leiterin dieser Abteilung beim IBB.

Newsletter: Frau Schürmann, bei Forschung und Entwicklung denkt man eigentlich eher an ein Labor oder eine Teststrecke, nicht an Weiterbildung.

A.Schürmann: Um zu verstehen, was das IBB auf diesem Sektor tut, muss man etwas weiter ausholen. Berufliche Weiterbildung verfolgt ja keinen Selbstzweck, sondern muss sich immer orientieren an den Themen und Anforderungen, die in der Wirtschaft eine Rolle spielen. Wir können nicht mit den Angeboten aus dem Jahr 1990 antreten.

Newsletter: Aber wie ermitteln Sie den Bedarf der Wirtschaft?

A.Schürmann: Ein fest strukturierter Austausch mit den Fachbereichsleiter/innen unseres Unternehmens ist dafür die Grundlage. Hinzu kommen Interviews mit Weiterbildnern aus vielen Unternehmen und die regelmäßige Auswertung von Fachzeitschriften der Branchen, für die wir arbeiten. Alles zusammen ergibt ein Bild, an dem wir unsere Angebote ausrichten. Der große Erfolg unserer Business-line-Schulungen ist nicht zuletzt darauf zurückzuführen und unseren größten Auftraggebern, der BA und den Jobcentern, kommt dies entgegen, weil wir Lernmodule entwickeln, die auch arbeitslose Teilnehmer/innen mit aktuellstem Wissen ausstatten.

Newsletter: Nun ist der Arbeitsmarkt in Ostfriesland ja nicht der gleiche wie in München...

A.Schürmann: Glücklicherweise ist das IBB ja in fast allen wichtigen Regionen Deutschlands vertreten. Wir haben ein System, nach dem alle unsere Standorte den regionalen Markt beobachten und ihre Erkenntnisse an unsere Abteilung weitergeben. Die Mitarbeiter haben natürlich auch viele direkte Drähte zu Unternehmen, die sie für diese Informationen nutzen.

Newsletter: Wie entsteht denn nun aus diesen Recherchen eine Bildungsmaßnahme?

A.Schürmann: In der Tat ist es noch ein gutes Stück Arbeit, daraus ein fertiges Fortbildungsmodul zu machen. Wenn wir den Bedarf eindeutig identifiziert haben, geht eine grobe Skizze an die Fachbereichsleitung. Sie ist verantwortlich für die Festlegung der Inhalte, die Dauer der Maßnahme, die Teilnahmevoraussetzungen. Anschließend geht das Modul zur pädagogischen Leitung, die Didaktik und Methodik festlegt. Erst danach folgt das externe Zertifizierungsverfahren. Ohne diese vielen Schritte können wir unseren Auftraggebern - Betrieben und Leistungsträgern für Arbeitsuchende - keine hohe Qualität bieten.

Newsletter: Ein langer Prozess also?

A.Schürmann: Gemessen an der Komplexität der Aufgabe bekommen wir das schon recht zügig hin. Wenn es mal besonders schnell gehen muss, legen wir eben eine Sonderschicht ein...

Newsletter: Danke für das Gespräch