Azubis 2012: „Frech - unpünktlich - schlecht angezogen?“

(Buxtehude, 06.12.2012) So provokativ titelte jüngst eine namhafte Regionalzeitung in NRW. Hintergrund ist offenbar die Erfahrung vieler Firmenchefs und Ausbilder, dass bei der momentanen Marktlage auch Bewerber um eine Ausbildungsstelle zum Zuge kommen, die noch vor einigen Jahren abgelehnt worden wären. „Es gibt immer weniger Schüler; die Unternehmen konkurrieren um die Bewerber“, so Stefan Krause, Leiter der Agentur für Arbeit Bergisch Gladbach.

Eine Folge ist, dass während der Ausbildung Probleme vorprogrammiert sind. Die jungen Auszubildenden sind nicht selten mit einer Realität konfrontiert, die sie bisher nicht kannten. Alexander Uhr, stellvertretender Leiter der Ausbildung der IHK Köln, weiß aufgrund seiner Kontakte zu seinen Ausbildungsbetrieben ein Lied davon zu singen: „Viele machen einen Realitätsschock durch, wenn sie in in einen Betrieb kommen. Sie müssen Kritik und Tadel aushalten und so genannte ’Nehmer-Qualitäten’ entwickeln.“ Zahlreiche Unternehmen haben schon Konsequenzen gezogen: 54 der IHK-Mitgliedsunternehmen schicken ihre Azubis mittlerweile in so genannte Knigge-Kurse. „Dieses Thema spielte auch an unserem Stand auf der Personalmesse in München eine große Rolle“, berichtet Stefanie Meise, IBB-Bereichsleiterin Firmenkunden. „Im Februar 2013 starten auch bei uns wieder solche Kurse.“