Kein Schnee von gestern

Drogen am Arbeitsplatz sind weiter verbreitet, als so mancher denkt.

(Buxtehude, 02.05.2013) Das Thema „Sucht am Arbeitsplatz“ ist beileibe kein neues, und viele mögen bei dem Stichwort müde abwinken – „bei uns doch nicht“. Im Unterschied zu vorigen Jahrzehnten sind das Bierchen in der Mittagspause und der Sekt zum Kollegengeburtstag in der Tat keine Selbstverständlichkeit mehr, in den meisten Betrieben herrscht Alkoholverbot. Doch nicht nur Alkoholkonsum kann die Leistung am Arbeitsplatz einschränken, auch andere Suchtmittel wie Nikotin, Medikamente und Drogen können sich negativ auswirken. Wer dieses Problem herunterspielt, irrt: Experten schätzen, dass jeder vierte Arbeitnehmer potenziell suchtgefährdet ist und der volkswirtschaftliche Schaden in Deutschland jährlich bis zu 300 Milliarden Euro beträgt. Arbeitgeber sollten also sowohl ihrem Unternehmen als auch ihren Mitarbeitern zuliebe sensibel auf Auffälligkeiten reagieren.

Kann man aus Unternehmersicht vorbeugen? Nicht direkt – aber man kann die Arbeitsbedingungen so gestalten, dass zumindest diese keinen Anlass zur Flucht in eine Sucht geben. Die meisten Arbeitnehmer begründen ihre Abhängigkeit mit einem hohen Stressfaktor, also können Arbeitgeber versuchen, diesen zu minimieren: Beteiligen Sie Ihre Mitarbeiter an Entscheidungen, bieten Sie ihnen Möglichkeiten zur Weiterentwicklung, und geben Sie ihnen realistische Rückmeldungen über ihre Arbeitsleistungen.

Doch letzten Endes ist jeder Mensch selbst für sein Verhalten verantwortlich. Was also tun, wenn der Verdacht aufkeimt, ein Mitarbeiter konsumiere Alkohol, Drogen oder unsachgemäß Medikamente? In erster Linie ist da der Vorgesetzte gefragt. Er muss ein vertrauliches Mitarbeitergespräch führen und seinem Mitarbeiter Hilfe anbieten. Dabei sollte er sich auf konkrete Vorkommnisse stützen, die seinen Verdacht begründen. Das Führen eines solchen Gespräches ist für den verdächtigten Mitarbeiter sicher unangenehm, für den Vorgesetzten aber auch: Bei diesem heiklen Thema ist Fingerspitzengefühl gefragt. Wie fast überall im Leben macht aber auch hier Übung den Meister – wie man ein Mitarbeitergespräch vorbereitet und führt, lässt sich in speziellen Trainings lernen. Das IBB hält in seinem Portfolio verschiedene Angebote bereit, die sich mit Mitarbeitergesprächen befassen. Weitere Infos sind zu finden unter www.ibb.com/business-line.