„Meinen Neuen habe ich über Facebook gefunden“

Bewerber-Recherche in sozialen Netzwerken – was ist erlaubt, was nicht?

(Buxtehude, 02.05.2013) Bewerbersuche per Internet – einfacher und bequemer geht es kaum, findet sich doch mittlerweile über fast jeden Bewerber oder auch bereits angestellten Mitarbeiter so manche Information im Netz. Doch was ist rechtlich überhaupt zulässig? Darf sich ein Unternehmen „einfach so“ im weltweiten Datenpool bedienen? Nein, darf es nicht – und das macht die Recherche datenschutzrechtlich umstritten.

Erlaubt ist es, „allgemein zugängliche“ Daten zu erheben. Das sind zum Beispiel Informationen, die durch einfache Suchmaschinenrecherchen zu finden sind. Auch Daten, die Bewerber freiwillig von sich in berufsorientierten Netzwerken wie Xing und Linkedin von sich preisgeben, dürfen genutzt werden – denn es ist davon auszugehen, dass die Bewerber sie zu eben diesem Zweck dort eingestellt haben.

Differenzierter ist es da bei Facebook & Co., denn hier sind die gespeicherten Infos häufig privater Natur, datenschutzrechtlich daher heikel. Doch die meisten Juristen vertreten den Standpunkt, dass eine Anmeldung bei Facebook jedem möglich sei und die dort gespeicherten Daten daher ebenfalls als „allgemein zugänglich“ zu betrachten seien. Vorausgesetzt, sie sind nicht nur für „Freunde“ sichtbar. Allerdings gilt es dabei, die AGB der sozialen Netzwerke zu berücksichtigen, denn viele untersagen eine Nutzung durch Arbeitgeber. Für Transparenz können Arbeitgeber sorgen, indem sie während des Recruiting-Prozesses auf ihre Recherchetätigkeiten hinweisen, zum Beispiel in der Stellenausschreibung. Im Hinterkopf muss allerdings immer ein großes Ausrufezeichen „blinken“: Rechtlich abgesichert ist diese Recherchemethode noch immer nicht, und es gilt, jederzeit Vorsicht walten zu lassen. Eine Klage auf Verletzung der Privatsphäre oder Meinungsfreiheit kann im Zweifelsfall die Folge sein.

Das IBB bietet zu diesem Thema auch spezielle Seminare an: „Personalgewinnung mit Social Media“ und „Social Media – rechtliche Aspekte“.