Fachkräftemangel ade?

Bundesregierung vereinfacht die Beschäftigung ausländischer Arbeitnehmer in sogenannten Engpassberufen

(Buxtehude, 11.09.2013) Seit dem 1. Juli 2013 haben sich die Möglichkeiten für Unternehmer, ausländische Arbeitnehmer aus Nicht-EU-Staaten zu beschäftigen, deutlich vereinfacht. Akademiker, die nicht aus der EU kommen, können bereits seit August 2012 die Blaue Karte der EU beantragen. Doch für Facharbeiter (nicht-akademische Fachkräfte mit Berufsabschluss) aus Drittstaaten war es bisher kaum möglich, in Deutschland zu arbeiten. Die neue Beschäftigungsverordnung der Bundesregierung räumt nun diesen Beschäftigten den unkomplizierten Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt ein.

„Mit der neuen Verordnung schmeißen wir 40 Prozent der alten Paragrafen über Bord und öffnen das Tor weit für gesuchte Fachkräfte, die das Land weiter voranbringen können. Das neue Regelwerk lässt klipp und klar feststellen, welche Berufe aktuell gebraucht werden“, sagte Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen bei der Vorstellung der überarbeiteten Verordnung.

Voraussetzung für die Zulassung der Fachkräfte: Ihre im Ausland erworbenen Berufsqualifikationen müssen mit einer deutschen Ausbildung gleichwertig sein, außerdem muss in diesem Beruf ein Engpass bestehen – sprich, für die offene Stelle gibt es wenig bis keine qualifizierten deutschen Bewerber. In diesem Zusammenhang erstellt die Bundesagentur für Arbeit regelmäßig die sogenannte Positivliste, die diese Engpassberufe aufzählt. Dazu gehören beispielsweise Berufe im Handwerk (Mechatronik, Bauelektrik, Klempnerei) sowie Pflege- und medizinische Assistenzberufe. Zustimmungen zur Beschäftigung in diesen Berufen werden allerdings nur erteilt, wenn die Arbeitsbedingungen nicht schlechter als die
deutscher Beschäftigter sind.

Arbeitgeber, die offene Stellen in Pflegeberufen mit außereuropäischen Mitarbeitern besetzen möchten, haben jedoch noch eine kleine Hürde zu überwinden: Menschen aus Ländern,
in denen laut WHO selbst Mangel an Gesundheitsfachkräften herrscht, erhalten keine Zulassung in Deutschland. Dies betrifft zum Beispiel viele Länder in Afrika, Südamerika, im Nahen Osten und in Südostasien.

Weitere Informationen erhalten Interessierte auf der Website der Bundesagentur für Arbeit, dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales sowie auf dem gemeinsamen Portal
www.make-it-in-germany.com.