„Kann ich plötzlich nicht mehr führen?“

Führungskräfte vor veränderten Bedingungen

(Buxtehude, 11.09.2013) Die Frage ist nicht neu, aber brauchbare Antworten werden immer dringender benötigt: Wie muss sich Führungsverhalten verändern, um den heutigen und zukünftigen Bedingungen besser gerecht zu werden?

Selbst gestandene Führungskräfte stehen immer häufiger vor der Situation, dass ihre Methoden offenbar nicht mehr so greifen wie früher: Mitarbeiterteams entwickeln ein merkwürdiges Eigenleben, Aufgaben werden nicht mehr so zielgerichtet und effizient erledigt, die Motivation von Angestellten zeigt sich auf mäßigem Niveau. Als einzelne, zeitlich begrenzte Erscheinung kein Problem, aber bei Verfestigung solcher und ähnlicher Symptome? Manche Führungskraft ist schnell bei der Hand mit Erklärungen wie: „Die Menschen sind eben anders als früher, wissen nicht mehr, was Disziplin und Einordnung bedeutet“. Andere sehen Fehler bei sich und fragen: „Kann ich nicht mehr führen?“.

Einen anderen Erklärungsansatz verfolgt Prof. Ralph Hartleben, Leiter des DIIWU-Instituts in Weiden. Er führt die vorhandenen – und seiner Meinung nach noch zunehmenden – Probleme auf objektive Ursachen zurück. Auf einer Vortragsveranstaltung des BVMW-Mittelstandsforum Personal 2013 in Nürnberg wies er darauf hin, dass sich die  Wertvorstellungen und dementsprechend die Erwartungshaltungen der jüngeren Generationen gewandelt hätten. Führungsverhalten müsse diese Veränderungen einbeziehen und dürfe nicht versuchen, dagegen zu halten. Dazu gehört nach Hartleben an erster Stelle, dass Führungskräfte auch die Zeitressourcen zum Führen haben und nicht in der Erledigung des operativen Geschäfts „untergehen“. Besonders im Mittelstand sei genau das aber bis heute noch stark zu beobachten. Zukünftig müssten Leiten und Begleiten der Teams eindeutig im Fokus von Führungskräften stehen. Dabei spiele auch eine angemessene Größe der Teams eine große Rolle. 100 Mitarbeiter und mehr zu führen wird den heutigen Anforderungen nicht mehr gerecht.

Von wachsender Bedeutung ist seiner Meinung nach ebenso die Schaffung einer Unternehmenskultur, die auf der Grundlage von gemeinsamen Werten Vertrauen und Identität fördert und diese Werte auch erlebbar macht. Das setzt Transparenz bei Unternehmensentscheidungen und der gesamten Kommunikation voraus.

Die Erkenntnisse von Prof. Hartleben decken sich mit den Erfahrungen, die zur Entwicklung der Young Leadership Box® des IBB geführt haben. Dieses Programm für den Führungsnachwuchs setzt an den sich verändernden Rahmenbedingungen an und ermöglicht den Teilnehmenden individuelles Wachstum an den für sie entscheidenden Themenstellungen.

Zusätzliche Informationen zum Kurzvortrag von Prof. Hartleben findet man hier: http://kurzurl.net/vortrag-hartleben