Ist der Mitarbeiter zufrieden, freut sich der Chef

Eine Studie offenbart, was Arbeitnehmern wirklich wichtig ist

(Buxtehude, 12.12.2013) „Nur wenn meine Mitarbeiter zufrieden sind, kann ich sie langfristig an mein Unternehmen binden.“ Diese Aussage ist in Fachkreisen schon längst zur Binsenweisheit geworden. Nachvollziehbar – denn das kann schließlich jeder an sich selbst beobachten: Wenn ich mich irgendwo – in einem Geschäft, auf einer Party, im Betrieb – nicht wohlfühle, gehe ich. So weit, so gut. Doch überraschend ist das Ergebnis einer Studie, die die Akademie der Führungskräfte der Wirtschaft in diesem Jahr veröffentlicht hat: Selbst wenn Mitarbeiter höchst zufrieden sind (bis zu 80 % der Befragten würden sich wieder für ihren Arbeitgeber entscheiden), denken sie über einen Wechsel nach! Wie passt das zusammen?

Entscheidend für die allgemeine Zufriedenheit sind eben nicht nur das soziale Umfeld oder die Zahl auf der Gehaltsabrechnung. Ausschlaggebend sind vor allem auch die internen Entwicklungsmöglichkeiten und Aufstiegschancen. Die Zahlen der Studie belegen dies: Jeder zweite Befragte möchte im Laufe des Berufslebens Karriere machen – für 44 Prozent bedeutet das eine steigende berufliche Verantwortung, nur 12 % verbinden damit eine Gehaltserhöhung. Sieht ein Mitarbeiter in dieser Hinsicht für sich keine Perspektive, ist er bereit für einen Wechsel. Bitter für den Arbeitgeber, der viel Zeit, Geld und Know-how in den systematischen Aufbau seines Mitarbeiters investiert hat.

Kann man dem entgegensteuern? Ja, man kann. Auch wenn offensichtlich die relevanten Positionen der Chefetage auf absehbare Zeit besetzt sind, kann ein Unternehmen Alternativen schaffen. So können beispielsweise in Kompetenz- oder Projektteams besondere Verantwortlichkeiten vergeben werden, die den Mitarbeiter auf lange Sicht motivieren. Mehr Eigenverantwortung kann eine mangelnde Aussicht auf eine „offizielle“ Beförderung in gewisser Weise ausgleichen – vorausgesetzt, alle anderen Rahmenbedingungen stimmen. Dann fühlt sich der Mitarbeiter auch auf Dauer langfristig dem Unternehmen verbunden – gut für ihn selbst und gut fürs Unternehmen.