Das Sahnehäubchen für HR-Manager

Weiterbildung ist ein gutes Rezept gegen den Fachkräftemangel

Letztes Jahr noch als „Geheimrezept“ gehandelt, heute auf dem Weg zum Ladenhüter? Das Interesse der Unternehmer, ausländische Fachkräfte zu rekrutieren, nimmt laut Michael Storzum, Manpower Deutschland, zusehends ab. Auf der letzten Veranstaltung des Bundesverbandes der Mittelständischen Wirtschaft (BVMW) in Nürnberg berichtete er über seine Erfahrungen auf diesem Gebiet.

 Viele Unternehmen verzichteten mittlerweile komplett darauf, Arbeitskräfte im Ausland anzuwerben, da ein Großteil der Mitarbeiter im ersten Jahr wieder zurück in das Herkunftsland gegangen sei.

„Die Rekrutierung ausländischer Fachkräfte und die Integration in Deutschland ist nach interner Auswertung zu kostspielig. Wir haben daher auch ausdrücklich einen Etat für Weiterbildung etabliert, um die Lücke gemeinsam mit den flexiblen Bildungspartnern zu schließen.“

 Die Erkenntnis, dass Weiterbildung gegen Fachkräftemangel hilft, hat bereits Einzug in den Praxisalltag der HR-Manager gehalten: Laut einer aktuellen Studie* sehen 95 Prozent der Personalverantwortlichen in der Weiterbildung ihrer Mitarbeiter die ideale Antwort auf den Fachkräftemangel. Dabei werden ganz besonders Arbeitnehmer ab 50, Mitarbeiter in Elternzeit sowie Auszubildende berücksichtigt und gefördert.

Doch irgendeine x-beliebige Weiterbildung kann nicht das Mittel der Wahl sein. Vielmehr müssen alle Komponenten hochwertig und aufeinander abgestimmt sein. Wie bei der Herstellung einer guten Torte sind die richtigen Zutaten und handwerkliches Geschick gefragt. Spart man an den Zutaten, schmeckt die Torte nicht – reicht das Können des Konditors nicht aus, sieht die Torte unansehnlich aus und wird nicht gegessen. Nicht anders ist es im Bereich des Talent Managements: Auch hier müssen Konditor und Zutaten, sprich Akteure und Maßnahmen, zusammenpassen, um ein optimales Ergebnis zu erzielen. Mitarbeiter aus dem Recruiting und der Personalentwicklung sollten daher von Anfang an in die Prozesse der Mitarbeiterbindung einbezogen werden, um Potenziale frühzeitig zu erkennen und zu unterstützen. Wer an der Qualität spart, kann nicht das gleiche Ergebnis erwarten – ob in der Backstube oder im Managerbüro.

*TNS Infratest „Weiterbildungstrends in Deutschland 2014“