Personalmanagement spielt wichtige Rolle in der Industrie 4.0

Mitarbeiter benötigen künftig mehr Wissen und mehr Kompetenzen

Die Industrie bereitet sich auf die nächste Revolution vor: In der „Industrie 4.0“ kommunizieren Produkte und Maschinen selbstständig miteinander und optimieren auf diese Weise ihr Zusammenspiel. Da beschwert sich der Käse beispielsweise direkt beim Kühlaggregat, wenn es ihm zu warm wird, und die Zündkerze sendet ein Signal an die Werkstatt, wenn sie ausgewechselt werden muss. Künftig werden so nicht nur viele Arbeitsabläufe automatisiert, sondern Produktionsprozesse können auch jederzeit an die Nachfrage angepasst werden.

Auf das HR-Management kommen in diesem Zusammenhang wichtige Aufgaben zu: Mitarbeiter müssen auf die neuen Produktionsstrukturen vorbereitet und passend ausgebildet werden. Laut Constanze Kurz, Arbeits- und Techniksoziologin der IG Metall, wird die größte Herausforderung für die Personalabteilungen die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter sein. „Unterschiedliche Disziplinen und Funktionen werden zusammenwachsen“, sagt Kurz laut dem Internetportal humanresourcesmanager.de. Produktionstechniker etwa müssten in der Fabrik der Zukunft über Software und Programmierung Bescheid wissen, Facharbeiter immer komplexere Aufgaben übernehmen. Den Unternehmen sei das bisher nur schemenhaft bewusst: „Es gibt nur einige wenige Konzerne, die bereits an einer passenden Ausbildungsstrategie arbeiten“, bemängelt Kurz.

Auch eine neue Studie der Baumann Unternehmensberatung bescheinigt den HR in puncto Industrie 4.0 noch Nachholbedarf: Demnach geht nur etwa jeder fünfte Personalmanager davon aus, dass Mitarbeiter künftig mehr Verantwortung übernehmen müssen und dementsprechend die Trennlinie zwischen Fach- und Führungskräften unschärfer wird. Generell wird der Übergang zur Industrie 4.0 hauptsächlich als technologische Herausforderung gesehen. Die meisten Befragten erwarten vom Mitarbeiter der Zukunft Flexibilität (32 Prozent) und IT-Kompetenz (24 Prozent). Wesentliche Soft Skills wie Stressresistenz, Selbstständigkeit und Teamfähigkeit hält nur ein kleiner Teil der Befragten in diesem Zusammenhang für wichtig.

Dr. Michael Faller, Geschäftsführer der Baumann Unternehmensberatung Executive Search, betont in einem Kommentar zur Studie: „In der ‚Industrie 4.0‘ sind Beschäftigte nicht mehr nur für eine bestimmte Maschine oder einen bestimmten Fertigungsabschnitt zuständig, sondern für den gesamten Produktionsprozess bis hin zu Kunden und Zulieferern. Für diese erweiterten Aufgaben müssen Mitarbeiter jedoch befähigt werden – sie benötigen mehr Wissen, vor allem aber mehr Kompetenzen als heute.“ Die vierte industrielle Revolution werde nur gelingen, wenn die Betriebe auch ihre HR-Organisation und hierarchischen Strukturen revolutionieren, so Fallers Fazit.

An der Studie „Personaltrends im deutschen Mittelstand“ beteiligten sich Personalverantwortliche aus 201 mittelständischen Unternehmen. Die Ergebnisse können Sie bei der Baumann Unternehmensberatung unter info@baumann-ag.com anfordern.