JIM-Studie 2014: Wollen Sie wissen, wie Ihre künftigen Azubis ticken?

Die Ende November 2014 veröffentlichte JIMStudie* bringt es an den Tag: Jugendliche sind (wie erwartet) nahezu permanent online, jedoch noch lange keine „Nerds“. Nach eigener Einschätzung verbringen die Befragten (interviewt wurden 1200 Jugendliche im Alter zwischen 12 und 19 Jahren) täglich 192 Minuten mit Online-Medien. Dabei kommt das Engagement im echten Leben aber keineswegs zu kurz: Jeder zweite Jugendliche engagiert sich ehrenamtlich in Vereinen, Gruppen oder Institutionen wie zum Beispiel im örtlichen Sportverein, als Streitschlichter, Tutor oder Mentor in der Schule oder bei der Jugendfeuerwehr, beim Roten Kreuz oder THW.

Auch Freundschaften werden nicht vernachlässigt: Persönliche Treffen sind nach wie vor und trotz aller digitalen Kommunikation von zentraler Bedeutung. 79 Prozent der Jungen und Mädchen verabreden sich regelmäßig mit Freunden oder Bekannten. Außerdem treiben sieben von zehn Jugendlichen in ihrer Freizeit mindestens mehrmals pro Woche Sport. Überraschend mag für viele das Informationsverhalten sein: 40 Prozent der Befragten vertrauen der Berichterstattung in Tageszeitungen, gefolgt von Fernsehen und Radio, während der Internetberichterstattung nur von 14 Prozent Vertrauen entgegengebracht wird.

Künftige Arbeitgeber müssen also nicht befürchten, dass die sogenannten Digital Natives wie vielfach angenommen keine sozialen Kompetenzen aufweisen und den ganzen Tag vor dem Bildschirm verbringen. Außerdem gehen sie auch durchaus selbstkritisch mit ihrem Verhalten um: Die zunehmende Informationsflut und ständige Erreichbarkeit wird von zwei Dritteln der befragten Jugendlichen als problematisch wahrgenommen.

*JIM – Jugend, Information, Multimedia, herausgegeben vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest, http://www.mpfs.de/fileadmin/JIM-pdf14/JIM-Studie_2014.pdf