10 Gründe für agiles betriebliches Lernen – und was das für Mitarbeiter bedeutet

Unternehmen werden immer agiler. Das ist häufig keine Wunschvorstellung von Entscheidungsträgern, sondern eine existenzielle Notwendigkeit, dem Wettbewerb die Stirn zu bieten. Neben digitalen Unternehmensstrategien, die in Organisationen deswegen umgesetzt werden, geht es auch um die zukünftige Bedeutung von Arbeit und Lernen im digitalen Zeitalter. Arbeit und Lernen werden zukünftig so eng miteinander gekoppelt werden wie nie zuvor. Beschäftigte spüren diese Veränderungen, aber erfahren kaum die Beweggründe dafür. Grund genug, genauer hinzusehen, was diese Veränderungen für Mitarbeiter bedeuten.

 

  1. Organisationsstrukturen in Unternehmen ändern sich.

Klassische Organisationsstrukturen wie die Top-Down-Organisationen oder die Matrix-Organisationen sind in deutschen Unternehmen noch am  häufigsten zu finden. Neben diesen etablierten Strukturen wachsen in starren Organisationen parallel verlaufende agilere Strukturen und Organisationsformen. Sie sollen schneller Entscheidungen, Innovationen und Lösungen herbeiführen, die in klassischen Organisationen aufgrund der verkrusteten Strukturen nur bedingt möglich sind. Denn die alten Strukturen sind zu langsam, um im Wettbewerb Schritt zu halten. Innovative Unternehmen schaffen neue Möglichkeiten weg von Normen und starrem Unternehmensdenken.

 

  1. Vernetzte Zusammenarbeit wird zunehmen.

Mit tradiertem Arbeitsverständnis verrichten Mitarbeiter in unterschiedlichen Bereichen, Abteilungen und Funktionen ihren Job. Jeder weiß, was erwartet wird und welche Rolle er im Unternehmen einnimmt. Aber kaum einer weiß, welche Talente und Fähigkeiten in den Teams bestehen, von denen andere profitieren können. Sprichwörtlich arbeitet und „schmort“ ein Beschäftigter im eigenen Saft. Um zukünftig ganz neue Probleme zu lösen, müssen Mitarbeiter sich mit anderen Wissensträgern und Könnern im Unternehmen vernetzen.  Die besten Innovationen und kreativsten Ideen entstehen im Austausch, im Teilen von Wissen und Erfahrungen – nicht aber durch Silodenken und -arbeiten.

 

  1. Wissen wird immer schneller zur Verfügung gestellt.

Unternehmen, die verstanden haben, dass der Wettbewerb die Schlagzahl auf dem Markt erhöht hat, erhöhen auch die eigene Aktivität und das Tempo. Das spüren die Mitarbeiter unweigerlich – zum Beispiel durch mehr Anweisungen, mehr Projektarbeiten und mehr Output in kürzerer Zeit. Sie werden außerdem häufiger auf Seminare geschickt oder nehmen an E-Learnings im Unternehmen teil. Die Fähigkeiten der Mitarbeiter sind ein knallharter Wettbewerbsvorteil. Deswegen stellen Unternehmen auf teils digitale Weiterbildungsformen um. Das Ziel ist, schnell, ortsunabhängig und unternehmensspezifisch immer und überall  Know-how zur Verfügung zu stellen.

 

  1. Die Gültigkeitsdauer einer „Wissensdosis“ wird immer kürzer werden.

Wettbewerbsdruck führt dazu, dass Innovationszyklen deutlich verringert werden. Neue Produkte und Dienstleistungen werden teilweise im Bewusstsein am Markt eingeführt, dass die letzte Stufe der Entwicklung „on demand“ stattfinden wird. Das Wissen, das sich ein Beschäftigter bei diesem Innovationsprojekt angeeignet hat, ist sehr wertvoll, aber nicht mehr so bedeutsam wie früher einmal. Denn anders als in der Vergangenheit baut das nächste Projekt nicht automatisch auf die bisherigen Kenntnisse auf. Neue Projekte stellen somit alle Beteiligten vor komplexe Herausforderungen.

 

  1. Die Bereitschaft, agil und vernetzt zu lernen, wird zur Kernkompetenz.

Wenn Unternehmen auf einem sehr dynamischen Markt bestehen wollen, dann brauchen sie einen Zugang zur Technologie. Die Robotik, der 3D-Drucker, die virtual Reality werden die Arbeitswelt in einem kaum vorhersehbaren Tempo verändern. Damit Unternehmen die zukünftigen, immer komplexer werdenden Probleme lösen können, brauchen sie Mitarbeiter, die „über den Tellerrand“ Lösungen entwickeln können. Das setzt voraus, dass Mitarbeiter lernen, Erfahrungen sammeln und sich im Unternehmen aktiv austauschen. Zum Beispiel können Meet-ups oder Unternehmenschats- und Foren dafür eine Plattform sein.

 

  1. Der Kampf um Mitarbeitertalente und Experten zu einem Thema wird immer stärker.

Jeden Tag kann können Mitarbeiter in der Presse vom „War of Talents“ lesen. Deswegen spüren sie aber nicht mehr Wertschätzung von ihren Vorgesetzen für den Einsatz, den sie für das Unternehmen erbringen. Beschäftigte, die teils lange Jahre in Unternehmen tätig sind, erleben immer häufiger, dass sie in der tradierten Beförderungs- und Belobigungskette übergangen werden. Das demotiviert, ist aber notwendig.  Moderne Unternehmensdenker entscheiden bei der Bewältigung von neuen Herausforderungen nicht mehr in gewohnter Form, sondern so, wie sie die Probleme schnell und direkt lösen können.  Sie nehmen dabei keine Rücksicht auf Beschäftigungsjahre und Abteilungszugehörigkeit, sondern entscheiden nach Fähigkeiten. Ohne eine transparente Entscheidungsfindung kann das für Beschäftigte sehr hart sein.

 

  1. Wer das Wissen hat, hat die Macht? Das war gestern.

Wissen war einst die unausgesprochene Währung in Unternehmen. Wer das Wissen zur Problemlösung hatte, war wer. Aber das war gestern. Start-ups und agile Unternehmen machen es vor: Sie teilen Wissen, vernetzen sich und erzielen dadurch einen Vorsprung gegenüber dem Wettbewerb. Wissen zu verbergen oder einfach „darauf sitzen zu bleiben“, verschafft Mitarbeitern und Unternehmen zukünftig keinen Vorteil mehr. Irgendwann geraten alle Beteiligten in eine Sackgasse, weil das Unternehmen schlimmstenfalls insolvent ist.

 

  1. Qualifikationsprofile werden immer unwichtiger – Problemlösungskompetenz wird wichtiger.

Wenn die Probleme, die auf Unternehmen zukommen, immer weniger vorhersehbar und konventionell werden, dann werden sie mit bekannten Kenntnissen und Fertigkeiten immer weniger gelöst werden können. Es braucht Menschen, die das Talent und „das Näschen“ für die Lösung eines Problems haben.

 

  1. Ein Feuerwerk an neuen Lernmethoden und Lernformen

Die digitalen Medien schaffen neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit und des Lernens – zum Beispiel mit Gamification, via twitter, mit E-Learning oder Live-Online-Webinaren und Podcasts. Dass Unternehmen sich diesen Methoden öffnen, hat auch mit der Frage zu tun: Welche Lernformen und Lernmethoden begeistern Mitarbeiter und schaffen gleichzeitig den schnellsten und besten Praxistransfer? Denn diese Frage wird immer wettbewerbsentscheidender.

 

  1. Lernen findet überall statt – auch im Betrieb.

Im öffentlichen Verkehr ist es mittlerweile ein gewohntes Bild: Menschen lesen ihre Fachlektüre, hören Podcasts, arbeiten mit ihren Laptops und tauschen sich mobil mit Kollegen aus. Auch direkt im Unternehmen wird der Austausch unter Mitarbeitern zunehmen und ihre Bereitschaft zur Weiterbildung wachsen. Sie erhalten dafür sogar explizit mehr Arbeitszeit, etwa unter dem Stichwort „Open Friday“.

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Die gesamte Organisation vor und während des Kurses war hervorragend und ich bin mir sicher, dass ich die erlernten Fähigkeiten höchst effizient anwenden kann. Die praxisbezogenen Übungen und Aufgaben waren ...

Christian Scheifele, Steuerkanzlei Fehlner & Partner München
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