Storytelling: Warum Führungskräfte bei Amazon keine Powerpoint nutzen dürfen

Geschichten statt langweilige Powerpoint-Präsentationen – das erwartet Amazon-Chef Jeff Bezon von seinen Führunkgsräften. Denn Storytelling kann helfen, andere von den eigenen Ideen zu begeistern und zu überzeugen. Genau das hat Jeff Bezon seinen Führungskräften deutlich gemacht und ihnen unmissverständlich erklärt, dass er bei Amazon keine Powerpoints mehr wünscht.

 

Was spricht gegen Powerpoint-Präsentationen?

Kurz gesagt: Geschichten sind einprägsamer und lebendiger als eine bulletpoint-getriebene Powerpoint-Schlacht. Und Powerpoints mit Bullets bleiben schlechter im Gedächtnis; sie sind vergleichsweise langweilig im Vergleich zu einer erzählerischen Struktur.

 

Der Fokus liegt auf Geschichten

Alternativ hat Jeff Bezon „Memos“ vorgeschlagen. In diesem Memo sollen die Führungskräfte auf maximal sechs Seiten das Präsentationsthema in ganzen Sätzen zusammenfassen. Das war für Amazon-Führungskräfte zunächst unvorstellbar und ein Schock. Gleichzeitig verlangt es für die Leserschaft ein Mehraufwand an Zeit und Konzentration.

Der entscheidende Punkt bei der Zusammenfassung ist die begrenzte Seitenanzahl. Sie könnte auch auf weniger oder mehr Seiten beschränkt sein. Es geht hier aber darum, die eigenen Gedanken zu fokussieren und sich auf das Wichtigste zu konzentrieren. Das führt zu einer guten Informationsstruktur innerhalb der Unterabschnitte und zu einer sinnvollen Ordnung der Informationen. Durch diese knappe Vorgabe gelingt es, das Wichtigste herauszustellen und zu präsentieren.

Aber warum macht Bezon das? Seit Jahrtausenden erzählen Menschen Geschichten, sie werden überliefert, transportieren Ereignisse, Emotionen und Erwartungen. Und sie bleiben in Erinnerung – sie leben in unserer Phantasie weiter, wie viele Neurowissenschaftler einhellig bestätigen.

 

Menschen begeistern

Was haben Steve Jobs, Marc  Zuckerberg, Elon Musk oder Richard Brenson gemeinsam? Ja, es sind oder waren erfolgreiche Unternehmer. Was uns aber wirklich in Erinnerung bleibt, sind ihre spannenden Geschichten oder Anekdoten aus ihrem Leben als Unternehmer. Es sind weniger Zahlen oder die Präsentation neuer Produkte. Diese Unternehmer können Menschen mit ihren Geschichten inspirieren und berühren. Bulletpoints können das nicht.

 

Was braucht eine gute Geschichte?

Unser menschliches Gehirn liebt Muster. Und genau das ist die Grundlage für eine gute Geschichte. Gute Geschichten nehmen einen mit auf eine Handlung, die in verschiedenen Teilen aufbereitet wird. Sie erzeugen Spannung und haben einen Wendepunkt. Darüber hinaus braucht eine Geschichte einen Rahmen und einen dramaturgischen Aufbau: einen Anfang, ein Mittelteil und ein Ende. Der Leser oder Zuhörer sollte auch wissen, wo sich die Geschichte ereignet, wann sie erzählt wird und wer darin die Akteure sind.

 

Die Fünf-Akte-Struktur

Die Fünf-Akte-Struktur geht zurück auf Gustav Freytag. Er war Dramatiker und Autor und hatte sehr früh erkannt, warum Aristoteles so eine unglaubliche Wirkung auf sein Publikum hatte. Freytag erweiterte die erfolgreichen Handlungsmuster von Aristoteles und machte daraus die Fünf-Akte-Struktur, die im Kern Informationen einbezieht, was, wann und wie etwas in der Story geschieht:

  • Exposition: Hier werden alle Charaktere wie Hauptfiguren, Spieler und Gegenspieler, Örtlichkeiten sowie der Auslöser für den Konflikt dargestellt.
  • Handlungssteigerung: Es gibt mehr als einen Konflikt – weitere Komplikationen verhindern die zu schnelle Auflösung des Problems.
  • Klimax: Der Höhepunkt einer Story ist der spannendste Teil. Wie bei Aristoteles Drei-Akter wird hier der Konflikt auf die Spitze getrieben.
  • Handlungsabfall: Die Spannung wird allmählich abgebaut und Nachwirkungen des Höhepunktes werden offenbart.
  • Auflösung: Nach dem Abfall der Handlung wird der Konflikt endlich aufgelöst. Der Prinz heiratet seine Angebetete „und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.“

       Quelle: https://story-baukasten.de/das-braucht-eine-gute-geschichte

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