Glücklich im Job? Balance wäre besser

„Sag mal, bist du glücklich?“ Die Frage kann ich langsam nicht mehr hören! Denn die Antwort darauf fällt so extrem subjektiv aus, dass der Fragende sich damit sowieso nicht identifizieren kann. Warum fragen wir nicht nach Ausgeglichenheit? Gerade im Job scheint es wohl eine bessere Einschätzungsmethode zu sein.

Positive Psychologie hat viele Menschen dazu gebracht, über das Glück zu sprechen. Und leider ist es an mancher Stelle nur noch eine Oberflächlichkeit. Gerade in der neuen Arbeitswelt sprechen viele von „Happy im Job“ und davon, dass alle unbedingt und stets lächeln müssen. Denn wenn man es nicht tut, ist man scheinbar unglücklich.

Wie definiert man „Glück“?

Dieses Thema hat mich durch mein Management-Studium hindurch begleitet. Es gab sogar regelrechte verbale Auseinandersetzungen zwischen einigen Kommilitonen und den Dozenten. Im Grunde geht es darum, wie man Glück definiert. Das ist nämlich gar nicht so einfach, sehr subjektiv und nicht selten situationsbezogen. Deshalb ist es gerade im beruflichen Kontext, wenn man sich mit den Kollegen nicht unbedingt sehr gut kennt, schwer über Glück zu reden und anderer Leute Verfassung nach eigenen Vorstellungen von Glücklichsein zu messen.

Manche fühlen sich schon super glücklich, wenn sie morgens von den Sonnenstrahlen aufgeweckt werden. Andere sind von hormonellen Änderungen im Körper abhängig und fühlen sich entsprechend mehr oder weniger glücklich. Noch andere sind durch ihr Leben hindurch anders gestimmt und wissen nicht wirklich, wie sie ihr Glück definieren können. Et cetera, et cetera. So verhält es sich auch bei der Frage „Glücklich im Job?“

Ein Mann im Büro lehnt sich entspannt zurück.
Ausgeglichenheit im Job ist besser definierbar, messbar und vergleichbar als die Frage nach „Glück“.
Ausgeglichenheit und Balance statt „Glück“

Mich hat die Idee von Ausgeglichenheit bzw. Balance überzeugt. Dabei betrachtet man nicht ein subjektives Verständnis für das Glück, sondern schaut, ob die Lebensumstände der Menschen in Balance sind. Gibt es Faktoren, die einem gerade Sorgen bereiten und wegen denen man sich auf andere Sachen weniger konzentrieren kann? Familie, Privatleben, Arbeitsprojekte, zwischenmenschliche Beziehungen unter den Kollegen – alles das spielt bekanntlich eine wichtige Rolle dafür, wie wir uns fühlen.

Im Arbeitskontext ist es umso wichtiger, aufeinander einzugehen und ungefähr im Bilde darüber zu sein, was die Kollegen beschäftigt. Denn das kann bei der Produktivitätssteigerung oder -beibehaltung helfen. Beim nächsten Mal, wenn du siehst, dass jemand aus deinem Team nicht mehr dieselbe Leistung erbringt, wie du es von ihm/ihr gewohnt bist, frag doch einfach, ob es etwas gibt, was ihn/sie gerade mehr beschäftigt. Das schafft nicht nur Vertrauen (was für die Balance auch sehr wichtig ist), sondern so wirst du in Zukunft bestimmt auch auf dich selbst mehr achten.

Übrigens, deine(n) Chef(in) interessiert es auch! Denn für ihn/sie gibt es normalerweise nichts Wichtigeres als eine ausgeglichene Arbeitsatmosphäre und gut gelaunte Mitarbeiter.

In diesem Sinne kannst du dir jetzt überlegen, was die Balance für dich bedeutet und wie du sie erreichst. Das wird unter Umständen nicht einfach, aber es lohnt sich!

Viel Erfolg!
Bis zum nächsten Mal, Eure Anastasia.

Anastasia Egorova

Die Menschen für Großes, Neues und Wunderbares zu inspirieren – das hat sich Anastasia beim Institut für Berufliche Bildung (IBB) zur Aufgabe gemacht. Ihre Energie und Ideen schöpft sie aus unzähligen Quellen wie Fachveranstaltungen, Netzwerktreffen und Reisen.

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tati
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tati

wenn man ausgeglichen ist ist man glücklich innerlich. ausserlich manchmal nicht. das der job (traumjob oder allternativ job) situationen mit sich bringt die einen unglücklich machen bzw ärgern ist doch klar. sonst hätte man ja gar keine herrausforderungen/ keine aufgaben mehr.
balance ist für mich wenn ich einen job habe in dem ich einen sinn sehe (moralisch, ethisch, gesellschaftlich, ökologisch) dann ist es egal ob ich 6 oder 10 stunden arbeite.