Wohlfühlen bei der Arbeit: 10 Tipps für gute Laune

Hand aufs Herz: Fühlt ihr euch an eurem Arbeitsplatz wohl? Geht ihr jeden Tag mit guter Laune aus dem Haus? Freut ihr euch auf eure Aufgaben und Kollegen? Naja, wenn wir alle mal ehrlich zu uns selbst sind, gibt es sie schon, solche Tage – aber es dürften gerne mehr sein, oder?

Da gibt es einfach zu viele Faktoren, die uns den Spaß vermiesen können. Und ich meine jetzt nicht nur nervige Kollegen oder stupide Aufgaben (die auch, klar). Aber manchmal fängt das doch morgens gleich an: Der Wecker klingelt gefühlt viel zu früh, das Müsli ist alle, und irgendwie ist man mit dem falschen Fuß aufgestanden. Wenn man dann nicht aufpasst, ist gleich der ganze Tag verhagelt. Kennt ihr das Szenario? Bestimmt. Gut, wenn man nur wenige solcher Tage im Jahr hat. Schlecht, wenn das dauernd passiert.

Alles doof? Denk an was Schönes!

Wenn ich früher keine Lust auf Schule hatte (weil solche spannenden Fächer wie Geschichte, Physik oder Mathe auf dem Stundenplan standen), hat meine Mutter immer zu mir gesagt: Kind, dann freu dich doch auf was Schönes – das Abendessen, das Fernsehprogramm, ein spannendes Buch. Dann überstehst du diesen Tag auch. Ein kluger Rat (ja, wir sollten viel öfter auf unsere Mütter hören)! Das könnt ihr gern mal ausprobieren, das funktioniert sogar. Aber ehrlich gesagt nutzt sich der Tipp auch mit der Zeit ab, wenn man ihn täglich bemühen muss …

Was können wir also tun, damit wir mehr Spaß bei der Arbeit haben?
Nun, dazu sollten wir vielleicht zuerst einmal überlegen, welche Läuse uns denn täglich so über die Leber laufen. Vielleicht sind ja einige dabei, denen wir ins Gewissen reden können?

Schauen wir uns mal an, was die meisten Arbeitnehmer so stört:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auffallend für mich ist: Auf vielen Plätzen befinden sich Störfaktoren, die wir aktiv beeinflussen können! Sauberkeit zum Beispiel, oder auch Ordnung und Lärm. Interessant ist auch: Die schlechte Laune der Kollegen stört 59 % der Befragten! Hättet ihr das vermutet? Ich ehrlich gesagt nicht.

Was können wir tun, um unsere eigene Laune zu verbessern und damit die der lieben Kollegen positiv zu beeinflussen? Da gibt es viele schlaue Ratgeber von vielen schlauen Leuten, die zum Teil ganz tief in die Psyche eintauchen. Dazu fühle ich mich jetzt nicht berufen – ich möchte euch einfach nur an meinen ganz persönlichen Tricks teilhaben lassen, alle einfach umzusetzen und garantiert praxiserprobt:

10 Praxistipps für bessere Laune am Arbeitsplatz

  1. Farbe im Büro
    Wenn ihr die Möglichkeit habt, Farbakzente zu setzen, solltet ihr sie nutzen! Ich habe mal einige grüne Streifen an die Wand malen lassen – das wirkte ungemein positiv auf die Stimmung. Auch Gelb kann euch Sonne ins Gemüt zaubern. Ansonsten könnt ihr vielleicht mit Accessoires arbeiten, wenn ihr die Wände nicht anmalen dürft. Farbige Bilder können auch schon helfen!
  2. Angenehme Beleuchtung
    Für mich ganz wichtig. Meist findet man (gesundheitstechnisch korrekte) starke Decken- oder Stehleuchten in Büros. Ich persönlich finde, die sind zwar hell, aber nicht schön. Ich fühle mich mit einer Schreibtischleuchte viel wohler, die zwar meinen Arbeitsplatz, aber nicht mich in Szene setzt. Probiert’s mal aus.
  3. Individuelle Arbeitsplatzgestaltung
    Sich den Schreibtisch mit einigen (wenigen!) persönlichen Details zu schmücken, trägt ebenso zum Wohlbefinden bei. Aber nicht übertreiben! Wer sich mit einem Dschungel an Pflanzen umgibt oder die Wand mit Kunstwerken der Sprösslinge pflastert, stößt wiederum bei den Kollegen möglicherweise nicht gerade auf Gegenliebe …
  4. Kleine Rituale
    Um zehn Uhr wird der Lieblingstee aufgebrüht. Mittags holt mich die Kollegin zum Spaziergang ab. Nachmittags um halb drei gibt’s zum Kaffee ein Stück Schokolade. Diese kleinen Rituale helfen, den Tag in schmackhafte Häppchen zu unterteilen und bieten immer wieder „Mini-Auszeiten“, auf die man sich freuen kann.
  5. Arbeitszeit und -ort anpassen
    Ihr seid eigentlich Morgenmuffel, müsst aber (weil das alle machen und das schon immer so war) schon früh bei der Arbeit erscheinen? Dabei fahrt ihr erst mittags zur Hochform auf? Vielleicht lässt sich ja – wenigstens ansatzweise – eine Art Gleitzeit vereinbaren, die eurem Rhythmus entgegenkommt. Oder ihr könnt einzelne Homeoffice-Tage einstreuen, in der ihr eure Zeit frei gestalten könnt. Ob das funktioniert, hängt natürlich stark von der Art eurer Arbeit ab … Als Bäcker wird man es vermutlich schwer haben, einen Homeoffice-Job zu finden, der erst um 13 Uhr beginnt 😉
  6. Feedbacks einfordern
    Ich habe bei mir häufig gemerkt, dass schlechte Laune auch aus Unsicherheit heraus entstanden ist. Ich habe mir zum Beispiele eingebildet, dass der Chef mich (oder meine Arbeit) nicht schätzt. Das gibt dann natürlich kein gutes Gefühl. Ein einfaches Rezept dagegen: Feedback geben lassen! Fragt aktiv nach: Sind Sie mit meiner Arbeit zufrieden? Schätzen Sie unsere Zusammenarbeit? Offenheit sorgt für mehr Selbstwertgefühl und Zufriedenheit (selbst wenn sie mit Kritik verbunden ist – denn dann hat man ja einen konkreten Ansatz, etwas zu verbessern).
  7. Netzwerk mit Kollegen pflegen
    Chefs sehen das meist gar nicht gerne: Der kleine Schwatz auf dem Flur oder in der Küche mit den Kollegen. Schließlich geht da ja Arbeitszeit verloren. Das stimmt zwar, aber andererseits fördern diese kurzen (!) Gespräche auch das zwischenmenschliche Wohlbefinden. Und wer sich wohlfühlt, leistet in der übrigen Zeit wiederum mehr. Wie immer kommt es auch hier auf ein gesundes Maß an. Und wer im Gegenzug dazu bereit ist, abends vielleicht auch mal zehn Minuten dranzuhängen, hat die Argumente sowieso auf seiner Seite.
  8. Leckeres Essen einpacken
    Liebe geht durch den Magen, sagt man. Aber gute Laune irgendwie auch, oder? Wer mittags nicht in die Kantine geht, sondern sich eine Stulle einpackt, sollte sich auch darauf freuen können, finde ich. Also nehmt nicht nur das langweilige Graubrot mit Schmierkäse (weil’s morgens schneller geht), sondern macht euch eine kleine Luxusschnitte fertig mit knackigem Salat, leckerer Gurke und drei verschiedenen Belägen. Und wer seinen Lieben morgens die Brotdose fertigmacht, legt vielleicht noch eine kleine süße Überraschung mit rein. Kommt bei meinem Mann immer super an 😉
  9. Arbeitsweg verschönern
    Ich habe mir meinen Fahrtweg (ich komme mit dem Auto zur Arbeit) so gelegt, dass ich nicht die kürzeste Strecke über die Bundesstraße nehme, sondern über die Dörfer fahre. Das bietet mir morgens und abends einen Blick über die Felder, den einen oder anderen Sonnenaufgang und generell Zeit zum Durchatmen. Auch wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln fährt, findet möglicherweise schönere Alternativstrecken. Oder ihr steigt eine Station früher aus und geht noch zehn Minuten zu Fuß (jedenfalls bei schönem Wetter). Bei mir steigt die Laune bei Sonnenschein und Frischluft definitiv!
  10. Abends was Schönes planen
    Da sind wir eigentlich schon wieder beim Tipp meiner Mutter von oben. Ich meine damit auch gar nichts Großartiges (habe aber natürlich auch nichts gegen Essen beim Italiener oder Kino). Letztens habe ich zum Beispiel auf dem Nachhauseweg an einem Blumenfeld gehalten und mir bunte Tulpen gepflückt – darauf habe ich mich den ganzen Tag gefreut. Versucht einfach, in euren Alltag ein paar Highlights einzustreuen!
Drei Geschäftsleute sitzen nebeneinander im Schneidersitz auf der grünen Wiese und meditieren.
Es muss ja nicht gleich Yoga sein – aber setzt euch mittags doch einfach mal raus auf die Wiese. Auch das macht gute Laune!

Aber vielleicht braucht ihr all diese Tipps ja auch gar nicht, weil ihr sozusagen der Gute-Laune-Bär eurer Abteilung seid? Vielen Dank an dieser Stelle, dass ihr trotzdem bis jetzt bei mir geblieben seid J Auch ich habe eigentlich fast immer ein Lächeln und einen aufmunternden Spruch für meine Kollegen übrig – so ist der Tag viel schöner, denn fast immer bekommt man diese Freundlichkeit zurück. Ist doch toll, oder? Manche Kollegen nennen mich schon scherzhaft Mrs Feelgood … Dabei ist das gar kein Scherz: Es gibt (zumindest in größeren Unternehmen) mittlerweile tatsächlich die Position des Feelgood-Managers! Hochoffiziell und hauptamtlich für gute Laune zu sorgen – wäre das nicht ein toller Job?

Ein echter Traumberuf: Feelgood-Manager

Als Feelgood-Manager ist man natürlich nicht dafür zuständig, die Leute zu bespaßen und den Pausenclown zu machen. Es geht vielmehr darum, das gesamte Arbeitsumfeld so zu gestalten, dass ein größtmöglicher Wohlfühlfaktor geschaffen wird. Was der Arbeitgeber davon hat, könnt ihr euch sicher denken: Mitarbeiter, die sich wohlfühlen, sind kreativer und leistungsfähiger. Wer feine Antennen für die Stimmungslage der Kollegen und diplomatisches Geschick hat, ist für eine Rolle als „Chief Happiness Officer“ gut geeignet.

Typische Aufgaben sind zum Beispiel:
  • Gesundheitsmanagement (z. B. kostenloser Obstkorb, mobiler Masseur, Yoga-Kurse)
  • Konfliktberatung (z. B. als Mittler zwischen Chefetage und Personal)
  • Interne Kommunikation (z. B. virtuelle Pinnwand, interne Blogs, Wett- und Gewinnspiele zur WM)
  • Teambuilding (z. B. gemeinsames Mittagessen – vielleicht kostenlos und/oder selbst gekocht?)
  • Eventmanagement (z. B. Afterwork-Partys, Ausflüge, Sommerfeste)
  • Eingliedern neuer Mitarbeiter („Onboarding“ – Schaffen einer Willkommenskultur)

Und jetzt möchtet alle Feelgood-Manager werden, stimmt’s? Oder wollt wenigstens einen in eurem Betrieb haben? Tja, ein offizieller Ausbildungsberuf oder Studiengang ist das (noch) nicht, aber es gibt tatsächlich spezielle Kurse, die euch zum Wohlfühl-Coach fortbilden. Praktischerweise hat auch das IBB einen im Angebot – hier zu finden – oder ihr erkundigt euch im großen www nach passenden Weiterbildungen.

So, ich denke, das war genug Theorie für heute – ich geh mich jetzt erstmal wohlfühlen. Ich wünsche euch eine gutgelaunte Woche, habt’s fein!

Claudia Reimann

Claudia ist das Urgestein des IBB-Marketings und gehört zur Gattung der „Eierlegenden Wollmilchsau“. Als solche ist sie intern und extern die Ansprechpartnerin, Koordinatorin und Wunsch-Erfüllerin bei den meisten Aufgaben der Abteilung. Durch ihre zentrale Funktion kommt Claudia mit vielen verschiedenen Themen der Arbeitswelt und beruflichen Bildung in Kontakt.

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