Minijob, Midijob, Werkstudent – Arbeiten neben dem Studium

Als Student ist trotz BAföG-Zuschüssen und Kindergeld das Portemonnaie häufig leer. Der Blick aufs Konto ist deprimierend und die meisten Eltern sind ihre Funktion als Goldesel auch irgendwann leid. Auf Ausgehen mit Freunden, unterwegs essen oder Urlaub möchten jedoch die wenigsten verzichten. Es bleibt also kaum eine andere Möglichkeit, als sich neben dem Studium noch etwas dazuzuverdienen.

Ich habe schon die ganze Bandbreite ausprobiert: Gekellnert, im Kino gearbeitet, Kameraassistenz geleistet, in meiner alten Schule ausgeholfen, Praktika absolviert und, und, und. Jetzt, kurz vor Ende meines Studiums, sammle ich meine ersten Erfahrungen als Werkstudentin. Doch wie entscheidet man sich für den richtigen Job neben dem Studium und worin liegen überhaupt die Unterschiede bei Minijob, Midijob und Werkstudentenstelle?

Minijob – kleines Geld, wenig Verpflichtung

Die wohl bekannteste Art, um sich neben der Schule oder dem Studium etwas dazuzuverdienen, ist der Minijob. Die geringfügige Beschäftigung bietet dir auch einige Vorteile. Beispielsweise ist sie gut vereinbar mit der Uni oder Schule. Es müssen weder Kranken-, Arbeitslosen- noch Pflegeversicherungsbeiträge gezahlt werden. Und auch die Steuern fallen weg. Ein Nachteil ist eventuell die Einkommensgrenze, die beim Minijob bei 450 € pro Monat liegt. In Kombination mit BAföG darfst du monatlich sogar noch etwas weniger verdienen.

Wohnst du als Student allein und bekommst womöglich keine staatliche oder elterliche Unterstützung, dann reichen 450 € in der Regel nicht aus. Eine Alternative könnte der Midijob bieten. Doch lohnt sich diese Variante überhaupt? Und was musst du beachten?

Midijob – lohnt sich das?

Sobald die 450-€-Grenze überschritten wird, und sei es nur um einen Cent, rutschst du in die nächste Kategorie: den Midijob. Bis zu einem Einkommen von 850 € bleibst du auch in dieser Kategorie. Auf den ersten Blick scheint es gar nicht mal so schlecht. Hast du neben dem Studium ausreichend Zeit zum Arbeiten und benötigst mehr Geld, klingen 850 € verlockend, jedoch gelten beim Midijob einige Regeln:

Midijobs sind versicherungspflichtig. Je höher der Verdienst, desto höher auch der Beitrag zur Sozialversicherung. Auch in die Rentenversicherung muss ein reduzierter Beitrag eingezahlt werden. Hinzu kommt noch die Einkommenssteuer. Solltest du in deinem Midijob mehr als 20 Stunden pro Woche arbeiten, werden auch noch Beiträge zur Pflege- und Arbeitslosenversicherung fällig. Du solltest dir das Ganze also gut überlegen und schauen, ob sich die zusätzlichen Arbeitsstunden bei all den Abgaben noch lohnen.

Eine junge Frau hat ein Stück Papier zu einem Fernrohr gerollt und schaut hindurch.
Genauer hinschauen lohnt sich: Beim Arbeiten neben dem Studium gibt es unterschiedliche Modelle, um sich etwas dazuzuverdienen.

Werkstudent – mittendrin und trotzdem flexibel

Während des Studiums sind sich viele Studenten noch nicht sicher, in welche Richtung sie beruflich gehen wollen und generell stellt die Zukunft häufig ein großes Fragezeichen dar. Um Praxiserfahrungen zu sammeln und sich ein Netzwerk aufzubauen, eignen sich bekanntlich Praktika. Meist werden diese jedoch sehr gering bis gar nicht vergütet. Die Lösung? Werkstudentenjobs. Sie bieten viele Vorteile. Du kannst wichtige Praxiserfahrungen sammeln, die sich auch im Lebenslauf gut machen. Und nebenbei hast du die Möglichkeit, mehr zu verdienen als bei den zuvor beschriebenen Anstellungsarten.

Werkstudenten gelten als Teilzeitkräfte, bekommen aber Sonderregelungen. Eine konkrete Verdienstgrenze gibt es hierbei nicht. Stattdessen sind Werkstudentenstellen zeitlich eingegrenzt. Dadurch hast du die Möglichkeit, den Job flexibel an das Studium anzupassen. Während des Semesters darf nicht mehr als 20 Stunden pro Woche gearbeitet werden. In der vorlesungsfreien Zeit dürfen es bis zu 40 Stunden sein. Studenten können also ihre Stunden während der Semesterferien aufstocken und in Klausurenphasen oder neben der Bachelorarbeit reduzieren – selbstverständlich in Absprache mit dem Arbeitgeber.

Aus einem Praktikum im Studium kann eine Werkstudentenstelle entstehen, falls das Unternehmen nicht mehr auf dich verzichten möchte. Aus einer Werkstudentenstelle wiederum kann sogar eine Festanstellung und Übernahme nach dem Studium werden. Es kann sich also wirklich lohnen. Und wenn nicht, dann hast du zumindest Erfahrungen gesammelt!

Stella Freund

Als Werkstudentin in der Marketing-Abteilung des IBB sammelt Stella neben ihrem Studium wichtige Berufserfahrungen, besonders im Bereich Social Media. Für den Abschluss an der HAW im Studiengang Medien und Information fehlt ihr nur noch die Bachelorarbeit. Stella hat bereits eine Zeit in Venezuela und Spanien gelebt. Auf dem Blog schreibt sie am liebsten über Themen, zu denen sie selbst schon Erfahrungen gesammelt hat, wie z.B. das Leben in anderen Ländern oder über Themen für Studenten.

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