Benimmregeln für die betriebliche Weihnachtsfeier: So umschiffst du die Fettnäpfchen!

Nicht mehr lang und die Saison der Firmen-Weihnachtsfeiern geht wieder los. Endlich Zeit, „die Sau rauszulassen“, hemmungslos die heiße Kollegin anzubaggern, sich mal richtig volllaufen zu lassen und dem Chef zum Abschluss des Jahres ordentlich die Meinung zu geigen. Oder etwa nicht …?

Denke daran: Eine Firmenfeier ist eine offizielle Veranstaltung deines Unternehmens. Dementsprechend solltest du dich verhalten. Auch wenn es natürlich darum geht, Spaß zu haben, sind einige Regeln zu beachten. Schließlich willst du ja nicht in jedes Fettnäpfchen treten, das sich in diesem Rahmen bietet. Wie beim allgemeinen Business-Knigge oder zum Beispiel beim Arbeiten im öffentlichen Raum können dir einige Orientierungspunkte und Benimmregeln auch für Weihnachtsfeiern mit den Kollegen helfen.
 

Kleiner Knigge für Spaß ohne Reue

 

  1. Was soll ich bloß anziehen?
    Diese Frage stellen sich viele vor dem Termin – nicht nur Frauen. 😉 Kommt darauf an, lautet die Antwort. Zum Beispiel auf die „Location“: Geht es etwa in ein feines Restaurant, dann solltest du deine geliebte Jogginghose mal gegen etwas Festlicheres tauschen und kannst dich durchaus mal ein bisschen herausputzen. Findet die Feier in den eigenen Räumlichkeiten des Unternehmens statt, kann man sich grob am Dresscode des Arbeitsalltags orientieren. Generell gilt aber: Es darf schon etwas schicker sein als an normalen Tagen. Nur nicht zu aufreizend: Der Ausschnitt sollte nicht zu tief und der Rock nicht gar zu kurz sein. Achte auch auf die Einladung: Hier finden sich oft Hinweise, was ungefähr erwartet wird. Ansonsten orientiere dich an den Vorjahren. Wenn du neu im Unternehmen bist, frage deine Kollegen. Nicht selten stehen solche Weihnachtsfeiern in der Firma auch unter einem bestimmten Motto, nach dem sich alle (ver)kleiden sollen. Bei einem früheren Arbeitgeber von mir gab es zum Beispiel Themen wie „Die 20er Jahre“ oder „Wilder Westen“. In solchen Fällen solltest du dich bei der Wahl des Outfits nicht dem Motto verweigern, sondern deiner Kreativität freien Lauf lassen!
  2. Darf ich meinen (Ehe-)Partner und die Kinder mitbringen?
    Nur wenn es in deinem Unternehmen so üblich ist und eindeutig aus der Einladung hervorgeht. Wenn du eine Begleitung mitbringst, vergiss nicht, sie den Kollegen und vor allem dem Chef vorzustellen, um nicht unhöflich zu wirken. Meistens ist eine Weihnachtsfeier im Betrieb aber nur für die Mitarbeiter gedacht.
  3. Worüber wird gern gesprochen? Und worüber nicht?
    Eine Weihnachtsfeier ist die Zeit des Smalltalks. Man spricht hier auch mit Kollegen, die man sonst nicht andauernd trifft. Nutze die Chance zum besseren Kennenlernen, davon kannst du auch im Arbeitsalltag profitieren. Natürlich bietet die Arbeit immer automatisch ein geeignetes Gesprächsthema. Aber gerade bei einer Weihnachtsfeier möchte man auch mal über etwas anderes sprechen als über den Job. Hobbys, Kinder, Fernsehsendungen oder Urlaubserlebnisse sind Beispiele, über die gerne geredet wird. Vermeiden solltest du dagegen lieber politische Grundsatzreden. Auch für Gehaltsverhandlungen mit dem Chef gibt es geeignetere Momente. Und Klatsch und Tratsch über Kollegen sollte in diesem Rahmen tabu sein.
  4. Wann gibt´s denn endlich was zu essen?
    Das fragen sich manche, wenn die Ansprache der Geschäftsführung wieder mal etwas länger dauert. Aber trotzdem gilt: Nicht zu früh das Buffet stürmen, sondern erst, wenn der Chef es offiziell eröffnet hat. Lade den Teller nicht meterhoch voll, sondern gehe lieber öfter, um kleinere Portionen zu holen. Und vergiss deine Tischmanieren nicht. Wer Vegetarier oder Allergiker ist oder zum Beispiel aus religiösen Gründen nicht alles essen kann, muss das natürlich auch nicht tun und darf gerne darauf hinweisen. Aber man sollte deshalb keine großen Diskussionen über Tierschutz oder Weltanschauungen anzetteln. Manche Weihnachtsfeiern leben auch davon, dass die Mitarbeiter selbst etwas zum Buffet beitragen. Auch wenn du vielleicht kein Sternekoch bist: Lass dich nicht zweimal bitten, etwas mitzubringen – auch eine Kleinigkeit zählt. Bei Bestellung nach Karte: Wähle lieber nicht genau die mit Abstand teuersten Gerichte aus.
  5. Darf ich Fotos machen?
    Ja, aber sei dabei nicht zu aufdringlich und respektiere es, wenn sich jemand nicht in deinem Blitzlichtgewitter sonnen möchte. Vorsicht beim späteren Teilen der Fotos: Die Schnappschüsse der Feier sollten (und dürfen) nicht ohne das Einverständnis der abgebildeten Personen zum Beispiel auf sozialen Netzwerken gepostet werden.
  6. Darf ich jetzt die Praktikantin knutschen?
    Nein! Eine betriebliche Weihnachtsfeier ist kein Freibrief für Aktivitäten dieser Art. Kleine Flirts sind durchaus erlaubt. Aber enger Körperkontakt ist in diesem Rahmen tabu. Schon der berühmte Klaps auf den Po ist als sexuelle Belästigung zu betrachten. Und falls du dich in dein Gegenüber wirklich unsterblich verliebt hast, warte lieber auf weniger öffentliche Gelegenheiten, bevor ihr eure Beziehung intensiviert …
  7. Wo liegt die Promillegrenze?
    Alkoholische Getränke gehören bei einer Feier dazu, aber du solltest nicht allzu tief ins Glas schauen. Denn Alkohol lockert bekanntlich die Zunge und die Sitten. Dann läufst du Gefahr, bei einigen der anderen genannten Benimmregeln die Kontrolle zu verlieren und am nächsten Tag dein Verhalten zu bereuen. Wer sich doch noch „ordentlich was reinkippen“ will, kann ja nach der offiziellen Feier noch im kleinen Kreis um die Häuser ziehen. Vorsicht Autofahrer: Zu dieser Jahreszeit werden die Polizeikontrollen (aus gutem Grund) stark ausgeweitet. Vielleicht könnt ihr schon im Voraus Fahrgemeinschaften (mit nüchternem Fahrer) planen oder gemeinsame Taxifahrten organisieren.
  8. Muss ich überhaupt zur Feier gehen?
    Auch diese Frage stellen sich einige Mitarbeiter. Manche haben eventuell keine Lust aufs Feiern, andere haben vielleicht einfach Terminschwierigkeiten – schließlich häufen sich die Events und Einladungen ja gerade in der Vorweihnachtszeit. Generell ist die Teilnahme freiwillig und kein Muss. Aber ein Fernbleiben kann als mangelndes Interesse interpretiert werden, und das ist im Berufsleben immer ein Nachteil. Wer ohne triftigen Grund nicht teilnimmt, läuft Gefahr, unnötig Distanz aufzubauen. Man muss ja auch nicht unbedingt die ganze Nacht durchfeiern …
  9. Gilt das alles auch für Chefs und Vorgesetzte?
    Ja, auf jeden Fall – vielleicht sogar noch ein bisschen mehr als für den Rest. Denn Führungskräfte sind schließlich Respektspersonen, an denen sich die anderen orientieren und die naturgemäß stärker unter Beobachtung stehen. Da möchte man sich natürlich ungern danebenbenehmen und damit zum Gesprächsthema werden.
Ein Mann ohne Schuhe, mit zerissenen Socken und Glas in der Hand steht auf Resten von Weihnachtsdekoration
Vorsicht: Allzu wild sollte es bei einer betrieblichen Weihanchtsfeier lieber nicht zugehen.

Hast du noch weitere Benimmregeln für die Weihnachtsfeier parat? Hast du schon lustige Geschichten bei solchen Anlässen erlebt? Oder hast du dabei selbst schon mal „einen Bock geschossen“? Dann nutze gerne die Kommentarfunktion.

In diesem Sinne wünsche ich eine schöne Vorweihnachtszeit und viel Spaß beim Feiern!

Thomas

Thomas Horn

Alles rund um das geschriebene Wort – das ist Thomas' berufliches Metier beim Institut für Berufliche Bildung (IBB). Die Aufgaben reichen von der Produkt- und Online-Kommunikation bis zur Unterstützung im Bereich Presse/PR. Thomas erstellt außerdem Broschüren, Flyer, andere Printmaterialien und was sonst alles noch anfällt.

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Manfred
Gast
Manfred

Betriebliche Weihnachtsfeiern finde ich gehen voll dem Anlass des Weihnachtsfestes vorbei. Lassen den Blick auf die Geburt Jesus Christus in Bethlehem im Stall völlig vergessen.
Der oder Die eine besuchen eventuell zu den gesetzlichen Feiertagen einen Gottesdienst in den christlichen Kirchen im nahen Umfeld.
Fragt Er oder Sie: wozu trat Jesus seinen Fuß auf die Erde und kommt in unser Leben?

Manfred
Gast
Manfred

Hallo Thomas,

ein traditionelles Weihnachtsfest in guter Familie ist was Großes. Es stimmt traurig, dass nach dem Ende des 2. Weltkrieges mehr als 90% der deutschen Bevölkerung sich noch zum Christentum bekannte.
Nicht schuldlos ist der bisher wachsende Kommerz vor und zu den Festtagen ( . . . bald stehen die Schokoladenhasen in den Regalen) und noch mehr die fehlende Botschaft zu diesen Feiertagen!
Fragen wir erst wieder nach Gottes Willen, falls die Not im Land nach einer mießen politischen Regierung groß wird? Ja, wir stehen heute gut da und deshalb flüchten Menschen zu uns ins Land.