Motivationsschreiben: Ich bin motiviert und schreibe darüber

„Sehr geehrte Damen und Herren, hiermit möchte ich meine Motivation zum Ausdruck bringen! Eigentlich möchte ich sie laut in die Welt hinausschreien und jedem davon erzählen, ein Lied dazu komponieren und auf jeder Werbefläche in der Stadt einen Plakat dazu aufhängen!“

… Ja, so könnte man mit einem Motivationsschreiben anfangen. Wie es weitergeht, erfährst du im heutigen Blogeintrag.

Online und offline gibt es viele Vorlagen und Beispiele, wie man ein Motivationsschreiben aufsetzt. Aber was man hineinpackt und wo die Grenze zwischen dem Anschreiben und dem Motivationsschreiben liegt, scheint sich nicht so einfach zu erschließen. Ich würde sagen, dass es kein Anschreiben ohne Motivation gibt. Das bedeutet also, es gibt etwas, das dein Herz schneller schlagen lässt. Wie findest du heraus, was dich motiviert? Ich habe da eine ziemlich simple Idee!

Erinnere dich an die besten Momente in deinem beruflichen oder auch privaten Alltag. Was ist es genau, das dich daran erfreut?

Ich habe diese Frage einer Freundin von mir gestellt, die gerade in einer mittelschweren Berufskrise steckt und nicht wirklich weiß, in welche Richtung sie nun gehen möchte und sollte. Erstaunlicherweise musste sie nicht lange überlegen und sagte: „Ideen schmieden! Brainstormen und aus dem Nichts etwas Wunderbares kreieren!“ Ich fragte sie, ob sie auch die Umsetzung der Idee gerne übernehmen und das Projekt bis zum Ende führen würde. Das wäre für sie allerdings nur zweitrangig, das kann sie anderen übergeben. Et voilà! Das ist der erste Schritt zum Verstehen von eigener Motivation.

Noch ein Beispiel hat mich persönlich vor einigen Monaten sehr beeindruckt. Ein Teilnehmer von unseren Führungskräfteseminaren hat im Kreise seiner Kollegen für ziemlichen Wirbel gesorgt, als er im Seminar seine Motivationsquelle mitteilte. Es stellte sich nämlich heraus, dass er unglaublich gerne an Excel-Tabellenkalkulationen bastelt. Das würde ihm einen Energieschub geben und für den Tag einstimmen.

Überlege dir: Was ist dein bester Moment? Was machen die Gedanken daran mit dir? Denn es ist gut möglich, dass du nach diesem Gefühl grundsätzlich suchst und dir deine Tätigkeit deshalb Spaß macht. Diese intrinsische Motivation ist der beste Ausgangspunkt auf dem Weg zum Traumjob oder Traumstudium oder Traumstipendium!

Illustration von einem Mann mit Fragezeichen über dem Kopf
Frage dich vor dem Motivationsschreiben: Was waren deine besten Momente?  Was treibt dich an?

Wenn du nun etwas genauer weißt, was dein persönlicher Antrieb ist, kannst du darüber schreiben oder ein Video aufnehmen (es ist heutzutage nicht unüblich, dass man sich mit einem Video vorstellt – mehr darüber in einem der nächsten Blogeinträge).

Da man sich mit einem Motivationsschreiben eher bezugslos bei jemandem vorstellt, kann man auf keine Stellenbeschreibung eingehen. Dafür kann man mehr über sich selbst erzählen und den Leser neugierig machen. Somit kommen wir zur zweiten simplen Idee.

Erzähle deine Geschichte. Oder nur eine bestimmte Episode, die aber deine Persönlichkeit wiederspiegelt.

Diese Übung habe ich gerade zwei Kollegen von mir vorgeschlagen, deren berufliche Profile auf den ersten Blick ziemlich trocken sind: Finanzbuchhalter und Wirtschaftsanalyst. Daraus sind zwei wunderbare Geschichten entstanden.

Der Buchhalter hatte seine Karriere mit 14 angefangen, als er in seiner kanadischen Heimatstadt seine Nachbarn auf der Straße angesprochen und ihnen seine Dienste wie den Rasen mähen für 20 kanadische Dollar angeboten hatte.  Das verdiente Geld hat er dann in die Arbeitsutensilien investiert.

Der Wirtschaftsanalyst litt unter den Staus in Sao Paolo und daran, dass es keine Fahrradabstellplätze gab. Als Lösung hatte er eine einzigartige Firma gegründet, die eine sichere Abstellmöglichkeit für die Fahrräder, einen Reparaturservice und eine Dusche (denn Radeln in Sao Paolo kann dich ganz schnell ins Schwitzen bringen) in direkter Nachbarschaft zu den großen Bürogebäuden angeboten hatte.

Diese Geschichten erzählen von motivierenden Momenten und davon, was die Leute voranbringt. So eine Episode hast du bestimmt auch! Wenn sie dir nicht auf Anhieb einfällt, frage deine Freunde und Familie nach ihren Geschichten. Diese werden dich bestimmt inspirieren!

Ansonsten schau hier ab und zu vorbei – wir freuen uns, wenn unsere Tipps dir auf deinem Weg helfen!

Viel Erfolg!

Bis zum nächsten Mal, eure Anastasia

Anastasia Egorova

Die Menschen für Großes, Neues und Wunderbares zu inspirieren – das hat sich Anastasia beim Institut für Berufliche Bildung (IBB) zur Aufgabe gemacht. Ihre Energie und Ideen schöpft sie aus unzähligen Quellen wie Fachveranstaltungen, Netzwerktreffen und Reisen.

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
5 Kommentare
Neueste
Älteste Meist bewertet
Inline Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen
Lisa Weber
Gast
Lisa Weber
14. Januar 2019 13:54

Finde auch, dass wenn man wirklich motiviert ist, das auch sehr attraktiv sein kann. Viele AG suchen auch gezielt nach etwas „Feuer“

Karriereguide
Gast
Karriereguide
9. Juli 2018 15:44

„Erinnere dich an die besten Momente in deinem beruflichen oder auch privaten Alltag. Was ist es genau, das dich daran erfreut?“ – Das ist echt der beste Tipp der man vorschlagen kann. Danke für den Beitrag. Liebe Grüße.

Rodrigo
Gast
Rodrigo
13. März 2018 20:48

Danke für die Erwaehnung meiner Geschichtë! Ich hoffe dass sie andere leute motiviert.
(Der Wirtschaftanalyst)

5
0
Über einen Kommentar freuen wir uns!x
()
x