Geprüfter Betriebswirt und Fachwirt – eine lohnende Alternative zum Studium

Noch mal fünf Jahre studieren, nur um in der Karriere einen Schritt weiterzukommen? Das muss nicht sein. Fachwirt- und Betriebswirt-Fortbildungen sind attraktive Alternativen zum zeitintensiven Studium, schließen mit einem anerkannten IHK-Abschluss ab und lassen sich zum Teil auch berufsbegleitend absolvieren.

Der Mythos vom feiernden Studenten hält sich hartnäckig, meine Erfahrungen sehen jedoch anders aus. Das Magisterstudium in Germanistik und Romanistik ließ sich nicht nebenbei erledigen. Jede Woche stapelten sich wahre Lektüreberge auf meinem Schreibtisch, die Semesterferien waren mit Hausarbeiten komplett verplant. Nebenbei habe ich gearbeitet und ein Jahr im Ausland studiert, um meine Französischkenntnisse aufzubessern und mich endlich fließend unterhalten zu können.

Jetzt, Jahre später, arbeite ich im Online-Marketing – mit Literatur und Französisch hat mein aktueller Job nichts zu tun. Doch bei der Vorstellung, jetzt noch mal ein zeitfressendes Bachelor-Studium anzuschließen, um im Beruf voranzukommen, graut mir. Zum Glück gibt es jedoch Alternativen zur Universität oder Fachhochschule, besonders im kaufmännischen Bereich.

Was sind geprüfter Betriebswirt und Fachwirt?

Sowohl der geprüfte Betriebswirt als auch die verschiedenen Fachwirte – zum Beispiel der Tourismusfachwirt oder der Fachwirt im Marketing – gehören zu den sogenannten Aufstiegsfortbildungen bzw. höheren kaufmännischen Berufsqualifikationen. Die Teilnehmenden absolvieren sie, um nach ein paar Jahren Berufserfahrung einen weiterführenden Abschluss auf ihre kaufmännische Ausbildung draufzusatteln und sich so für gehobene Aufgaben oder für Führungspositionen zu qualifizieren.

Der geprüfte Betriebswirt mit seinen breit gefächerten Inhalten ist dabei besonders angesehen und gilt als die Spitze der IHK-Weiterbildungen. Er ist vergleichbar mit einem Master-Abschluss.

Bei den Fachwirten gibt es eine Handvoll Fortbildungen in verschiedenen Branchen: z.B. von der Industrie oder der Immobilienbranche über Marketing bis hin zum Gesundheits- und Sozialwesen.

Bin ich geeignet für eine Fachwirt- oder Betriebswirt-Fortbildung?

Neben den fachlichen Voraussetzungen (Ausbildung und/oder eine bestimmte Anzahl von Jahren Berufspraxis) muss sich jeder Interessent selbst fragen, ob er bereit ist, mehrere Monate in Vollzeit oder etwas über ein Jahr in Teilzeit für die berufliche Weiterbildung zu investieren. Denn neben Kosten für die Fortbildung (hierfür können Förderungen in Anspruch genommen werden) kostet die Fortbildung vor allem eins: Freizeit. Entweder neben dem möglicherweise bereits anstrengenden Job oder aber wenn man sich zwischen zwei Positionen befindet und auf der Suche nach einer neuen Tätigkeit ist.

Von Vorteil ist, wenn man die entsprechende Motivation mitbringt und ein konkretes Ziel vor Augen hat, auf das man mit der Fortbildung hinarbeiten kann. Auch die Bereitschaft, sich auf neue Dinge und Aufgaben einzulassen und neben dem Unterricht noch weiter zu lernen, ist extrem wichtig.

Es mag vielleicht simpel klingen, doch die Redewendung „Ohne Fleiß kein Preis“ trifft auch bei der Weiterbildung zum Fachwirt oder Betriebswirt zu.

Was lerne ich als Betriebswirt?

Da der spätere Einsatzbereich des geprüften Betriebswirts breit gefächert ist und vom Personalwesen, dem Einkauf, dem Marketing oder Vertrieb über Finanzen und Controlling bis hin zur Geschäftsführung reicht, sind auch die Inhalte der Fortbildung entsprechend breit aufgestellt.

Zu den Inhalten der Fortbildung gehören neben Unternehmensführung und Unternehmensorganisation, Projektmanagement und Personalmanagement auch Marketing-Management, Bilanz- und Steuerpolitik, finanzwirtschaftliche Steuerung des Unternehmens, rechtliche Rahmenbedingungen und auch internationale Wirtschaftsbeziehungen.

Klingt viel, ist es auch. Aber immerhin soll der geprüfte Betriebswirt später ein Allrounder sein.

Eine Mitarbeiterin sitzt vor Tabellen und einem Taschenrechner.
Beim geprüften Betriebswirt und Fachwirt stehen klassische kaufmännische Inhalte genauso auf dem Lehrplan wie z.B. Personalmanagement, Marketing und Projektmanagement.

Fortbildung – und dann?

Die Chancen und Möglichkeiten für Fachwirte und Betriebswirte stehen gut. Neben mehr Verantwortung und neuen Aufgaben ermöglicht die Fortbildung den Sprung in leitende Positionen – und damit in der Regel auch deutlich mehr Gehalt.

Die nächsten Starttermine

Vollzeit oder Teilzeit? Wenn ihr euch für eine Fachwirt-Fortbildung interessiert, müsst ihr nicht nur den für euch passenden Kurs aussuchen, sondern euch auch für das richtige Unterrichtsmodell entscheiden. Da die Kurse in Vollzeit mehrere Monate dauern, bieten sie sich an, wenn man den Arbeitgeber wechselt und arbeitssuchend ist. Die Teilzeit-Kurse hingegen sind für Berufstätige gedacht, die sich neben ihrem Job weiterbilden wollen, und finden abends und am Wochenende statt.

Fachwirt-Kurse für Arbeitssuchende:

27. Mai 2019: Industriefachwirt/in (IHK) – 20 Wochen in Vollzeit
27. Mai 2019: Tourismusfachwirt/in (IHK) – 13 Wochen in Vollzeit
31. Mai 2019: Betriebswirt/in (IHK) – 22 Wochen in Vollzeit
3. Juni 2019: Fachwirt/in für Marketing (IHK) – 20 Wochen in Vollzeit
3. Juni 2019: Fachwirt/in im Gesundheits- und Sozialwesen – 20 Wochen in Vollzeit
11. Juni 2019: Veranstaltungsfachwirt/in (IHK) – 20 Wochen in Vollzeit
17. Juni 2019: Technische/r Fachwirt/in (IHK/HWK) – 22 Wochen in Vollzeit
17. Juni 2019: Wirtschaftsfachwirt/in (IHK) – 20 Wochen in Vollzeit

Fachwirt-Kurse für Berufstätige:

5. August 2019: Betriebswirt/in (IHK) – ca. 22 Monate in Teilzeit
5. August 2019: Handelsfachwirt/in (IHK) – ca. 14 Monate in Teilzeit
19. August 2019: Fachwirt/in im Gesundheits- und Sozialwesen (IHK) – ca. 14 Monate in Teilzeit (Frühbucherrabatt bis 31. Mai)
9. September 2019: Wirtschaftsfachwirt/in (IHK) – ca. 14 Monate in Teilzeit

Für welche Möglichkeit ihr euch auch entscheidet, ich wünsche euch viel Erfolg!

Nicole Gozdek

Texte, Social Media und Websites – damit beschäftigt sich Nicole täglich, nicht nur als Referentin für Social Media und PR beim Institut für Berufliche Bildung (IBB), sondern auch als freiberufliche Romanautorin. An ihrem Job liebt sie die Vielseitigkeit: mal führt sie Interviews mit Mitarbeitern und Teilnehmern und schreibt Pressemitteilungen, dann wiederum plant sie Beiträge für Facebook und die anderen Social-Media-Kanäle des IBB, wählt Bilder aus, beantwortet Nachrichten und Kommentare, etc. und zu anderen Gelegenheiten schreibt und aktualisiert sie Inhalte für die Website und den Blog.

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