BEUKO-Umschüler in Norden – mit Energie zum Erfolg

Mit dem richtigen Team geht eben fast alles

2012 starteten Ralf Gartmann (42) und Dieter Horn (52) ihre Umschulung* zum Elektroniker Energie- und Gebäudetechnik beim IBB Norden (Ostfriesland). Möglich wurden diese Umschulungen durch die Förderung der Agentur für Arbeit, die nicht nur die Hilfe zum Lebensunterhalt für die beiden Umschüler, sondern auch die Lehrgangsgebühren finanzierte. Beide Umschüler konnten mit hervorragenden und von der Handwerkskammer ausgezeichneten Prüfungsergebnissen abschließen. Diese tollen Leistungen fallen umso mehr ins Gewicht, da beide Teilnehmer im Verhältnis zu „normalen“ Auszubildenden nur zwei Jahre zur Verfügung hatten, sich den komplexen Lernstoff  anzueignen. Die theoretischen Grundlagen wurden in der Berufsschule und im IBB Norden vermittelt, die praktische Ausbildung fand in zwei renommierten Betrieben in der Region statt. In unserem Interview berichten die beiden Umschüler, wie sie durch Zusammenhalt und bestmögliche Unterstützung den beruflichen Neuanfang geschafft haben.

Wie haben Sie von der Möglichkeit, eine Umschulung zu machen, erfahren – und was hat Sie dazu motiviert?

Ralf Gartmann: Ich kam ursprünglich aus dem Bereich Trockenbau. Doch hier ergab sich für mich keine berufliche Perspektive mehr. Im Gespräch mit meinem Arbeitsberater erhielt ich die Empfehlung für eine Umschulung. Da ich schon immer Interesse an einer Ausbildung im Elektronikbereich hatte, habe ich die Chance ergriffen und mich beim IBB als Umschüler vorgestellt, was dann auch sofort geklappt hat.

Wie wurden Sie in der Berufsschule und im Kooperationsbetrieb aufgenommen – gerade in Bezug auf die Altersdifferenz zu den anderen Azubis?

Dieter Horn: Wir wurden von den meist deutlich jüngeren Mitschülern erstaunt, aber positiv in die Klassengemeinschaft aufgenommen. Einer der Lehrer prophezeite uns zu Beginn eher schlechte Noten, da uns der Stoff aus dem gesamten ersten Ausbildungsjahr fehlte. Doch durch gemeinsames, intensives Lernen haben wir beide es von Beginn an geschafft, im oder sogar über dem Notendurchschnitt der Klasse zu liegen, und das bei 36 Schülern! Dabei geholfen hat uns auch das gute Netzwerk unter uns Umschülern, welches wir von Beginn an hatten.

Wie hat ihre Familie darauf reagiert, dass Sie nochmal „Lehrling“ wurden?

Ralf Gartmann: Natürlich ist es nicht alltäglich, mit Anfang Vierzig einen neuen Beruf zu erlernen, und es gab zu Beginn eine gewisse Skepsis, wie das alles so laufen wird. Doch jeder hat auch sofort gesehen, dass es eine tolle Chance ist und gut für die Existenz und Unabhängigkeit der Familie.

An welche ganz besonderen Momente ihrer Umschulung erinnern sie sich?

Dieter Horn: Wir erinnern uns gerne an die Rückholtage beim IBB. Der Austausch mit den Umschülern anderer Berufe, die Einzelgespräche, aber auch der Fachunterricht sorgten einmal im Monat für eine Art „Auszeit“ vom Umschulungsalltag. Wir haben beim IBB immer Hilfestellung und qualifizierte Beratung erhalten, nicht nur an den Rückholtagen, aber hier ganz besonders.

Welche Perspektiven bieten sich Ihnen nun nach erfolgreich bestandener staatlicher Abschlussprüfung?

Ralf Gartmann: Wir wurden beide direkt nach der Abschlussprüfung in unbefristete Arbeitsverhältnisse im jeweiligen Kooperationsbetrieb übernommen. Somit haben wir schon ein großes Ziel erreicht: finanzielle Unabhängigkeit. Für mich geht es eventuell weiter in Richtung Meisterbrief. Doch erst einmal werde ich als Geselle weiter berufliches Wissen vertiefen, eben Berufserfahrung sammeln.

Dieter Horn: Auch ich werde mich nach meiner Gesellenzeit mit dem Thema Weiterqualifizierung auseinandersetzen. Zum Meister gibt es auch Alternativen, wie beispielsweise eine Spezialisierung in einem Segment der Elektrotechnik, sei es nun Kühltechnik oder etwas anderes. Das wird die Zeit schon zeigen.

Abschließend noch eine Frage. Was sagen Sie persönlich über das IBB?

Ralf Gartmann: Ich habe die Mitarbeiter immer als sehr kompetent erlebt. Es ging immer individuell und sehr menschlich zu, man hatte nie das Gefühl, eine Nummer zu sein.

Dieter Horn: Ich habe immer ein offenes Ohr und Unterstützung gefunden. Der Ton beim und nach dem Abschluss ist freundschaftlich, und der Kontakt wird auch sicher nach der Umschulung bestehen bleiben.

Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für dieses Interview genommen haben. Das IBB wünscht Ihnen für ihren weiteren privaten wie beruflichen Lebensweg alles erdenklich Gute.

 

 

v.l.n.r: Britta Henschen (IBB Norden, Koordinatorin BEUKO), Dieter Horn, Ralf Gartmann, Anette Kraft (IBB Norden, Fachdozentin)

 

 

* BEUKO steht für „betreute Einzelumschulung in Kooperation mit Betrieben“. Zielgruppe sind Frauen und Männer, die aus verschiedenen Gründen eine Berufsausbildung in einem zweiten Beruf anstreben. Die Ausbildung gliedert sich in

 

  • die fachpraktische Ausbildung (im Kooperationsbetrieb)
  • die fachtheoretische Ausbildung (erfolgt durch die zuständige Berufsschule)
  • Koordination/Stützunterricht/umschulungsbegleitende Hilfen (erfolgt durch die IBB AG Norden während der gesamten Umschulungszeit)
  • Überbetriebliche Lehrunterweisungen (berufsspezifisch, bei Bedarf, in Absprache mit den Kammern)