Mit Spaß bei der Sache: Flüchtlinge lernen Deutsch

Erste kostenlose Kurse sind im November beim IBB gestartet

(Buxtehude, 27. November 2015) Integration beginnt mit Verständigung – je eher, desto besser. Deshalb haben beim Institut für Berufliche Bildung (IBB) an rund 20 Standorten die ersten kostenlosen Deutschkurse speziell für Flüchtlinge begonnen. Sie werden gefördert von der Bundesagentur für Arbeit.

Kommunikation im Alltag wird geübt

Die mindestens achtwöchigen Kurse vermitteln wichtige sprachliche und kulturelle Grundlagen, die es den Flüchtlingen erleichtern, sich in Deutschland zurechtzufinden und am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Geübt wird die Kommunikation in typischen Alltagssituationen – vom Einkaufen über die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel bis hin zum Small Talk mit neuen Bekannten und Freunden. Die Dozenten beschränken sich dabei nicht auf die reine Sprachvermittlung, sondern versuchen darüber hinaus, den Teilnehmern in ihrer besonderen Situation auch bei Fragen des täglichen Lebens zu helfen und Orientierung zu bieten.

„Nicht nur für die Lernenden, sondern auch für unsere Mitarbeiter und Dozenten ist die Situation neu und spannend“, berichtet Susanne Sander-Thumann, Projektleiterin im IBB. Die Erfahrungen der ersten Wochen seien dabei ausgesprochen positiv: „Die Teilnehmer erweisen sich als außergewöhnlich motiviert und wissbegierig. Sie sind alle mit viel Spaß bei der Sache und lernen schnell“, so Sander-Thumann weiter.

Vorwissen der Flüchtlinge ist sehr unterschiedlich

Um dem positiven Effekt und der großen Nachfrage Rechnung zu tragen, will das IBB die für die Flüchtlinge kostenlosen Deutschkurse schnell auf möglichst viele seiner rund 100 Standorte in ganz Deutschland ausdehnen. Außerdem planen die Verantwortlichen, das Kursangebot in Zukunft noch stärker nach dem jeweiligen Vorwissen der Flüchtlinge zu differenzieren. „Die Bandbreite reicht von Teilnehmern, die zunächst noch bei der Alphabetisierung unterstützt werden müssen, bis hin zu vielen hochqualifizierten Akademikern, die sehr zielstrebig ein zügiges Lehrtempo einfordern“, berichtet Sander-Thumann.

Teilnehmer aus Eritrea, Irak, Iran und Syrien

Grundlage für das neue Angebot des IBB ist die finanzielle Förderung durch die Agentur für Arbeit, die 23. Oktober in Kraft getreten ist und zunächst für Einstiege bis zum 31.12.2015 gilt. Aktuell förderberechtigt sind Teilnehmer aus Syrien, Eritrea, dem Irak und dem Iran, die bereits einen Asylantrag gestellt haben.

Während Sprachkurse dabei helfen, dass Flüchtlinge schnell im Alltag zurechtkommen, besteht das langfristige Ziel in ihrer beruflichen Eingliederung. Hierbei können die sehr unterschiedlich vorqualifizierten Teilnehmer an die vielfältigen Bildungsangebote des IBB anknüpfen: „Nach einer detaillierten Kompetenzerfassung in der jeweiligen Muttersprache der Interessenten können wir verschiedene Angebote passgenau und individuell kombinieren, um Flüchtlinge effektiv für den deutschen Arbeitsmarkt zu qualifizieren“, so Sander-Thumann abschließend.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.ibb.com/fluechtlinge (auf Deutsch) oder www.ibb.com/refugees (auf Englisch, Arabisch, Farsi und Urdu).

Interessierte können sich außerdem unter der E-Mail-Adresse refugees@ibb.com über die neuen Flüchtlingskurse informieren.

Teilnehmer des Deutschkurses für Flüchtlinge beim IBB Erfurt mit Dozent Nicolaus Ordemann (hintere Reihe, 3.v.l.) und Projektassistentin Anastasiya Sabatkuoskaya (hintere Reihe, 5.v.l)