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    Probezeit – Rechte und Pflichten

    Was ist eine Probezeit?

    Schließen Sie einen Arbeitsvertrag ab, wird in aller Regel eine Probezeit vereinbart, die entweder einem befristeten oder auch unbefristeten Arbeitsverhältnis vorausgeht. Die Dauer liegt meist bei sechs Monaten, es sei denn, es wird vertraglich anders vereinbart. Diese Zeitspanne soll – wie der Name „Probezeit“ bereits verrät – für beide Vertragspartner eine Gelegenheit sein, Arbeitsbedingungen und Qualifikationen auszutesten und zu schauen, ob man zusammenpasst.

    Bei möglichen Diskrepanzen ist es auf diese Weise möglich, das Vertragsverhältnis unkompliziert und zeitnah zu lösen. Nachträglich kann auf Wunsch auch eine Verlängerung erfolgen, wenn eine der Vertragsparteien oder auch beide sich nicht sicher sind, ob sie das Arbeitsverhältnis weiter bestehen lassen wollen. Dies muss immer schriftlich erfolgen.

    Rechte und Pflichten in der Probezeit

    Im Arbeitsvertrag sind Rechte und Pflichten sowohl des Arbeitnehmers als auch des Arbeitgebers schriftlich festgehalten. Der Arbeitsvertrag gilt in vollem Umfang ab dem ersten Tag des Arbeitsverhältnisses. Das heißt, dass Sie in der Probezeit keine „Schonfrist“ bekommen, sondern alle Punkte Ihres Vertrages erfüllen müssen und zur vollen Mitarbeit verpflichtet sind. Natürlich ist eine gründliche Einarbeitung beim Einstieg in das neue Unternehmen auch bei erfahrenen Fachkräften unerlässlich und sollte auch vom Arbeitnehmer eingefordert werden. Nur so können Sie sicherstellen, dass Sie so arbeiten können, wie sich Ihr Arbeitgeber das vorstellt und herausfinden, ob diese Arbeitsweise Ihren Vorstellungen entspricht.

    Wichtig ist es, Termine zum Feedbackgespräch mit Ihrem Arbeitgeber zu vereinbaren. Gerade in den ersten Arbeitsmonaten sind sie besonders wichtig, um eventuelle Missverständnisse und Probleme frühzeitig aus dem Weg zu räumen und Zufriedenheit zu schaffen.

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    Urlaub in der Probezeit

    Es ist üblich, dass Ihr Arbeitsgeber Ihnen in der Probezeit keinen Urlaub genehmigt. Jedoch erhalten Sie für jeden Monat, den Sie im Unternehmen arbeiten, trotzdem die vertraglich vereinbarten Urlaubstage, die Sie dann nach der Probezeit in Anspruch nehmen können. Der Urlaubsanspruch bleibt also von Anfang an bestehen, nur die Genehmigung durch den Arbeitgeber wird in der Regel nicht erfolgen.

    In Einzelfällen, um z.B. einen Überschuss an Urlaubstagen zum Jahresende zu vermeiden, kann es vorkommen, dass Sie auch in den ersten Beschäftigungsmonaten Urlaub bekommen. Dies hängt manchmal auch vom Verhandlungsgeschick ab, das Sie gegenüber Ihrem Arbeitgeber an den Tag legen.

    Sonderurlaub


    Besondere Anlässe, wie z.B. die Geburt des Kindes, ein Todesfall in der Familie oder eine Hochzeit, sind meist ein Fall für Sonderurlaub. Jedoch ist der Arbeitgeber während der Probezeit nicht zur Genehmigung verpflichtet.

    Kündigung in der Probezeit

    Das Vertragsverhältnis ist von beiden Vertragsparteien innerhalb der ersten sechs Monate ohne Angabe von Gründen unter Einhaltung der Kündigungsfristen kündbar.

    Sollte in Ausnahmefällen ein Zeitraum von mehr als sechs Monaten Probezeit vereinbart worden sein, so gilt trotzdem der gesetzlich vorgeschriebene Kündigungsschutz nach sechs Monaten und kann nicht zu Ungunsten des Arbeitnehmers verlängert werden. Im Umkehrschluss bedeutet dies aber auch, dass bei Verzicht auf eine Probezeit das Kündigungsschutzgesetz nicht unbedingt früher greift. Schwangere stehen auch zu Beginn des Arbeitsverhältnisses, von Bekanntwerden der Schwangerschaft an, unter speziellem Kündigungsschutz.

    Sollten Sie Ihrem Arbeitgeber noch nicht mitgeteilt haben, dass eine Schwangerschaft besteht, und es kommt zu einer Kündigung, müssen Sie binnen zwei Wochen mitteilen, dass Sie schwanger sind und somit der Kündigung formal widersprechen. Liegt ein wichtiger Grund vor, kann das Arbeitsverhältnis jedoch auch hier fristlos beendet werden (außerordentliche Kündigung).

    Kündigungsfristen

    Laut Gesetzgeber beträgt die Kündigungsfrist 14 Tage, entweder zum 15. des Monats oder zum Monatsende. Es kann jedoch vorkommen, dass z.B. in einem bestehenden Tarifvertrag andere Kündigungsfristen vereinbart sind.

    Es kommt in einigen Wirtschaftszweigen vor, dass die tariflich vereinbarte Frist zur Kündigung unter zwei Wochen liegt. Liegt kein Tarifvertrag vor, darf keine Verkürzung der Kündigungsfrist vorgenommen werden, jedoch sind den Arbeitnehmer begünstigende Veränderungen gesetzlich zulässig. Das bedeutet also, dass eine Verlängerung der Kündigungsfrist in Einzelverträgen trotz bestehendem Tarifvertrag, oder auch ohne, zulässig ist.

    Arbeitszeit und Krankheit

    Lohnfortzahlung bei Krankheit


    Werden Sie in den ersten vier Wochen der Beschäftigung krank und können Ihre Arbeitszeit nicht einhalten, so erhalten Sie keine Lohnfortzahlung. Sind Sie in Ihrem ersten Arbeitsmonat also zwei Wochen krank, erhalten Sie nur die Vergütung für Ihre zwei Arbeitswochen. Nach vier Wochen setzt die Lohnfortzahlung ein, das heißt, Sie erhalten trotz Krankheit weiterhin Ihr Grundgehalt. Dieses geht jedoch nach sechs Krankheitswochen automatisch in Krankengeld über, welches 67 % des Nettogehaltes beträgt.
     

    Überstunden


    Wie in Ihrem Betrieb mit Überstunden umgegangen wird, ist in der Regel vertraglich geregelt. Aber es demonstriert – gerade in den ersten Monaten – natürlich Engagement und Fleiß, wenn Sie als neuer Mitarbeiter ein paar zusätzliche Minuten Arbeitszeit nicht scheuen. Doch übertreiben Sie es nicht, denn dies kann Ihnen schnell als übertriebener Arbeitseifer ausgelegt werden.

    Finden Sie ein gesundes Mittelmaß, und wenn Sie wirklich keine Zeit haben, dann sagen Sie auch mal "Nein". Fügen Sie sich in Ihr neues Arbeitsumfeld ein und fragen Sie lieber öfter nach, als alles im Alleingang zu versuchen. Dies führt nicht nur zu Fehlern, sondern kann auch den Eindruck verschaffen, dass Sie ein Einzelgänger sind.


     

    Aktuelle Stellenausschreibungen beim IBB

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