Kurzarbeit_in_Unternehmen_Voraussetzungen_Gehaltsauswirkungen_und_Chancen_fuer_Bertriebe_und_Arbeitnehmer

Kurzarbeit in Unternehmen

Voraussetzungen für Kurzarbeit, Gehaltsauswirkungen und Chancen für Betriebe und Arbeitnehmer während der Corona-Krise

Der Strukturwandel in Form von Digitalisierung, Globalisierung und seit neuestem auch das Corona-Virus führt zu schnellen und weitreichenden Veränderungen im Wirtschaftsleben und Gesellschaften. Neue und etablierte Unternehmen sind gezwungen, Produkte zu optimieren, die Innovation voranzutreiben und zum Schutz ihrer Mitarbeiter diese weniger oder von zuhause arbeiten zu lassen.

Selten läuft dabei alles glatt und ein Unternehmen kann in eine wirtschaftliche Schieflage geraten. In der Folge bleiben Aufträge aus und die Arbeit reicht nicht aus, um alle Mitarbeiter zu beschäftigen. Auch ist oft unklar, wie lange diese besondere Situation für Unternehmen ihre Mitarbeiter andauern wird.

An diesem Punkt setzt das unternehmerische Instrument der Kurzarbeit an. Um das geringere Auftragsvolumen und damit auch niedrigere Umsätze ohne Entlassungen abzufedern, kann ein Betrieb Kurzarbeit anmelden. Die Arbeitnehmer arbeiten in der Folge entweder gar nicht oder weniger als üblich. Sie erhalten in dieser Zeit aber ein sogenanntes Kurzarbeitergeld. Diese Zahlung ist eine Entgeltersatzleistung der Arbeitslosenversicherung und gleicht das aufgrund der geringeren Arbeitszeiten zu wenig erwirtschaftete und folglich auch an die Arbeitnehmer weniger gezahlte Gehalt aus.

 

Entwicklungen und aktuelle Zahlen zur Kurzarbeit

Aktuelle Zahlen zur Kurzarbeit lassen darauf schließen, dass die Kurzarbeit in deutschen Unternehmen in absehbarer Zeit deutlich zunehmen wird. Bereits 2019 waren knapp 21.000 Betriebe von Kurzarbeit betroffen, wohingegen im Jahre 2018 nur 13.900 Unternehmen diese angemeldet hatten. Diese Differenz entspricht einer Steigerung dieser Arbeitsform um ca. 51 % im Vergleich zum Vorjahr.

Entwicklungen und aktuelle Zahlen zur Kurzarbeit

Die Prognosen für 2020 deuten darauf hin, dass sich dieser Aufwärtstrend fortsetzen wird. Laut der Bundesagentur für Arbeit wurden alleine im Dezember 2019 bereits 50.000 Anträge auf Kurzarbeit gestellt. Das immer stärker um sich greifende Corona-Virus dürfte diese Entwicklung noch verstärken.

Seit Herbst letzten Jahres arbeitet der aktuelle Arbeitsminister Hubertus Heil außerdem an einem „Arbeit von morgen“-Gesetz. Mit diesem sollen Rahmenbedingungen für die Beschäftigungssicherung, Kurzarbeit und Fortbildung in diesen Zeiten des Wandels definiert werden. Unter anderem geht es dabei um konjunkturelles Kurzarbeitergeld, Transferkurzarbeitergeld und eine Erweiterung des bereits aktiven Qualifizierungschancengesetzes.

 

 

Was sind Voraussetzungen für Kurzarbeit?

Die Voraussetzungen für Kurzarbeit, Dauer und die Höhe sind in den §§ 95 bis 106 SGB III gesetzlich festgelegt. Daraus geht hervor, dass einer der Hauptgründe für Kurzarbeit der erhebliche Arbeitsausfall ist.

Dieser Arbeitsausfall ist begründet, wenn …

  • … er auf wirtschaftlichen Gründen oder einem
    unabwendbaren Ereignis beruht
  • … er vorübergehend ist
  • … er nicht vermeidbar ist
Was sind Voraussetzungen für Kurzarbeit?

Treffen diese drei Bedingungen zu, besteht die Möglichkeit, die Arbeitszeit vorübergehend zu verkürzen, und es kann Kurzarbeitergeld für die eigenen Mitarbeiter beantragt werden. Diese Leistung soll den Verdienstausfall teilweise ausgleichen und Kündigungen vermeiden.

 

Kurzarbeitergeld beantragen (als Arbeitgeber)

Grundsätzlich muss der Arbeitgeber das Kurzarbeitergeld beantragen. Dazu muss der anstehende erhebliche Arbeitsausfall dargelegt werden. Die Anträge mit der Darlegung und alle weiteren Formulare sind dann bei der Agentur für Arbeit einzureichen. Die Anzeige über den Arbeitsausfall muss schriftlich erfolgen.

Wenn das Kurzarbeitergeld genehmigt worden ist, muss der Arbeitgeber nur noch für den Bruttolohn über die tatsächlich geleisteten Stunden oder das Bruttogehalt aufkommen. Dieses niedrigere Gehalt bzw. dieser niedrigere Lohn wird dann als sogenannter Kurzlohn bezeichnet.

Arbeitgeber – Kurzarbeitergeld beantragen

 

Unterstützung für Unternehmen,
die Kurzarbeit angemeldet haben

Das IBB bietet Ihnen für die Weiterbildung Ihrer Mitarbeiter mehr als 800 Schulungen in 20 Fachbereichen an, damit Ihnen und Ihren Mitarbeitern eine Vielzahl an Qualifizierungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Diese können im Bedarfsfall auch gezielt auf Ihren Betrieb zugeschnitten werden. Bereits jetzt sind mehr als 600 Module unterschiedlicher Fachbereiche bereits gemäß AZAV zertifiziert. Sie können bundesweit und betriebsnah angeboten werden und auch beispielsweise bei Ihnen als Inhouse-Schulung stattfinden.

Unterstützung für Unternehmen mit Kurzarbeit

Unter anderem bieten wir von allgemeinen Schulungen wie DATEV, SAP®, Office bis zum Full-Stack-Developer viele verschiedene Kurse an. Dazu gehören beispielsweise Kurse zu Betriebssystemen (Windows, Linux), ECDL, ERP, Lexware, Datenbanken, Programmierkurse, Grafik- & Design-Fortbildungen, Lager & Logistik, Management & Büro, Praxismanagement, Qualitätsmanagement, Sprachen, Umwelt u.v.m.

Die Bundesagentur für Arbeit kann Kurzarbeitern für diese und ähnliche Maßnahmen einen Bildungsgutschein ausstellen. Auf diese Weise sind unserer Bildungsangebote für Ihr Unternehmen in den meisten Fällen kostenlos.

 

Corona-Virus: Kurzarbeitergeld leichter beantragen und verlängern dank Koalitionsbeschluss

Viele Unternehmen und Messeveranstalter befürchten aufgrund des Corona-Virus-Ausbruchs inzwischen massive wirtschaftliche Probleme. Sowohl erkrankte Mitarbeiter als auch unterbrochene Lieferketten können infolgedessen Auswirkungen auf den eigenen Geschäftsbetrieb haben. Messen und Veranstaltungen werden reihenweise verschoben oder komplett abgesagt. Eine vollständige Abschätzung über die Folgen des Corona-Virus ist aktuell nur schwer möglich, da sich die Lage täglich, wenn nicht sogar stündlich, ändert.

Bereits Ende Februar hat die Bundesagentur für Arbeit deshalb die Regelungen für die Beantragung von Kurzarbeitergeld vereinfacht. Wie bereits erwähnt, muss der Arbeitgeber dieses für sein Unternehmen beantragen. Die Hürden hierfür wurden jedoch gesenkt.

Mussten bisher bis zu einem Drittel der Beschäftigten von einer Arbeitszeitkürzung betroffen sein, um das Kurzarbeitergeld zu beantragen, reichen seit März 2020 10 Prozent aus. Auch Leiharbeiter haben künftig Anspruch auf den Bezug von Kurzarbeitergeld. Dies war zuvor nicht möglich. Zusätzlich werden Unternehmen mit den neuen Regelungen von der Zahlung der Sozialversicherungsbeiträge während des Bezuges von Kurzarbeitergeld befreit. Bisher musste dieses auch weiterhin vom Arbeitgeber abgeführt werden. Weiterhin kann auf den Aufbau negativer Arbeitszeitsalden (sofern tarifvertraglich geregelt) verzichtet werden.

 

Weiterbildungschancen für Arbeitnehmer
– Qualifizierung in der Kurzarbeit

Kurzarbeit wird von vielen Arbeitnehmern immer noch als ein Schreckgespenst angesehen. Viele Menschen haben Angst vor den finanziellen Folgen oder der Arbeitslosigkeit. Dennoch sollte dieses Szenario auch immer als Chance gesehen werden. Weniger Arbeitszeit bedeutet, dass Sie sich weiterbilden oder beruflich umorientieren können. Gleichzeitig stehen Sie finanziell mit dem Kurzarbeitergeld auf einem soliden Fundament.

Qualifizierung in der Kurzarbeit

Da sich die Arbeitswelt aufgrund der Digitalisierung ohnehin in einem permanenten Wandel befindet, bieten sich Weiterbildungen und Qualifizierungen während der neu hinzugewonnen Freizeit geradezu an. So bleiben Sie weiterhin beruflich vorne mit dabei. Eine mögliche Arbeitslosigkeit nach dem Auslaufen der Regelung verliert dadurch ihren Schrecken. Es ist sogar ein Gehaltszuwachs in einem neuen Job möglich. Wenn Sie von Kurzarbeit betroffen sind, können Sie bei uns im IBB eine große Anzahl an passenden Weiterbildungsangeboten finden.

Weiterbildungen

Seit dem 01.01.2019 können diese Qualifizierungsmaßnahmen sogar staatlich gefördert werden, d.h. ein Teil der Kosten wird übernommen. Fachleute sind sich einig, dass die Anregung und Förderung von der Bundesregierung eine gute Herangehensweise ist.

Fördermöglichkeiten

 

Kurzfristige Weiterbildungsmaßnahmen
während der Kurzarbeit

Um die Zeit möglichst sinnvoll zu nutzen, haben wir Ihnen eine Reihe von kurzfristigen Weiterbildungsmaßnahmen während der Kurzarbeit zusammengestellt. So kommen Sie und auch Ihr Unternehmen gestärkt aus dieser schwierigen Zeit. Aufgrund des Qualifizierungschancengesetzes kann eine Weiterbildung sogar mit bis zu 100 % von der Arbeitsagentur oder dem Jobcenter gefördert werden.

Kurse: 44